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    Kolumne: Wirtschaft, Markt und Friede

    Die Wirtschaftssanktionen, welche die Europäische Union und die Vereinigten Staaten von Amerika gegen die Russische Föderation für ihre Teilnahme an der Ukraine-Krise verhängt haben, werden in diesen Tagen heftig in den Medien diskutiert. Ein umstrittener Punkt der Diskussion bezieht sich eindeutig auf die Wirksamkeit dieser Sanktionen, ihr ultimatives Ziel: den Frieden im europäischen Raum zu erhalten. Die wirtschaftliche Natur der neuesten Sanktionen, die den zuvor verhängten diplomatischen Sanktionen folgen, unterstreicht die Bedeutung der ökonomischen Beziehungen zwischen den verschiedenen Ländern. Diese Sanktionen machen deutlich, dass der Markt bestimmte meta-ökonomische Voraussetzungen benötigt, um effizient funktionieren zu können. Sollten diese Voraussetzungen verloren gehen, könnte sie der Markt alleine nicht produzieren. Eine dieser Voraussetzungen ist der Friede.

    Die Wirtschaftssanktionen, welche die Europäische Union und die Vereinigten Staaten von Amerika gegen die Russische Föderation für ihre Teilnahme an der Ukraine-Krise verhängt haben, werden in diesen Tagen heftig in den Medien diskutiert. Ein umstrittener Punkt der Diskussion bezieht sich eindeutig auf die Wirksamkeit dieser Sanktionen, ihr ultimatives Ziel: den Frieden im europäischen Raum zu erhalten. Die wirtschaftliche Natur der neuesten Sanktionen, die den zuvor verhängten diplomatischen Sanktionen folgen, unterstreicht die Bedeutung der ökonomischen Beziehungen zwischen den verschiedenen Ländern. Diese Sanktionen machen deutlich, dass der Markt bestimmte meta-ökonomische Voraussetzungen benötigt, um effizient funktionieren zu können. Sollten diese Voraussetzungen verloren gehen, könnte sie der Markt alleine nicht produzieren. Eine dieser Voraussetzungen ist der Friede.

    Auf der einen Seite braucht das Wirtschaftssystem eine friedliche Umgebung, um die Einhaltung der Verträge und finanzieller Verpflichtungen zu gewährleisten; auf der anderen Seite können die Wirtschaftsteilnehmer helfen, die Voraussetzungen für Frieden zu schaffen und einen Beitrag zur Reduzierung der Gewalt auf lokaler, nationaler und globaler Ebene leisten. Der Markt ist unumgänglich, in Märkten folgen menschliche Handlungen zumeist ökonomischer Rationalität. Diese Rationalität ist unentbehrlich, reicht aber nicht aus, um ein friedliches Gemeinwesen zu sichern. Dass Unternehmer und Unternehmensverbände sich trotz der drohenden wirtschaftlichen Verluste zugunsten der Wirtschaftssanktionen gegen Russland äußern, beweist die Unzulänglichkeit reiner ökonomischer Vernunft.

    Diese Äußerungen stiften moralische Legitimität in der Öffentlichkeit und lassen auf die Übernahme politischer Verantwortung für das globale Gemeinwohl seitens der Unternehmer schließen. Eine langfristige wirtschaftliche Perspektive kann nur durch eine Stabilität errungen werden, die den Wirtschaftsaustausch in Friedenszeiten ermöglicht. Der Markt kann als Instrument zur Förderung des Friedens in Betracht gezogen werden, leider kann er zugleich Frieden zerstören. Eine Industrie, die paradigmatisch diesen Umstand widerspiegelt, ist die Rüstungsindustrie.

    In diesem Kontext darf man nicht vergessen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika der größte Waffenexporteur der Welt sind, gefolgt von Russland und Deutschland. Ebenfalls sollte man nicht versuchen, die Tatsache zu vertuschen, dass Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien (alles EU-Mitgliedstaaten) zu den zehn Ländern mit den größten Rüstungsexporten gehören. Dass die Wirtschaftssanktionen auch die Rüstungsindustrie treffen, ist bezeichnend für eine Krise wie diese. Um ein langfristiges Handeln in Frieden, im Sinne eines globalen Gemeinwohls, zu sichern, müssten die Vereinigte Staaten von Amerika und die EU-Mitgliedstaaten mehr Verantwortung übernehmen.

    Fazit: Die wirtschaftliche Realität bleibt nicht auf sich selbst beschränkt. Eine Wirtschaft, die nur auf die ökonomische Rationalität begrenzt wird, ist eine Wirtschaft, die tötet.

    Der Autor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Doktorand an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und Mitglied des International Observatory Card. Van Thuân for the Social Doctrine of the Church.