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    Jenseits des Kapitalismus

    Gibt es eine christliche Politik? Was ist für den Menschen würdig und recht? Wer bestimmt über welches Kapital? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt der Paderborner Moraltheologe und Sozialethiker Peter Schallenberg in den 21 kurzen Kapiteln seines neuen Bändchens „Gut, Güte, Güter“. Den Schwerpunkt bilden wirtschaftliche Themen. Schallenberg verweist auf das Wort Jesu „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“ und stellt die Frage, ob es eine gute Art gibt, mit dem Geld umzugehen, eine Art des Wirtschaftens, die die Gerechtigkeit und das Wohlergehen aller im Blick hat. Der Autor, der auch die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle in Mönchengladbach leitet, meint: Christliches Denken in Wirtschaft und Politik ist möglich – und es kommt der ganzen Gesellschaft zugute. In der Tradition der katholischen Soziallehre verwurzelt, zeigt Schallenberg die christlichen Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft auf und grenzt sie vom „kalten“ Kapitalismus angelsächsischer Prägung ab. Der Mensch ist ein soziales Wesen, das von der Wiege bis zur Bahre auf seine Mitmenschen angewiesen ist. Aus diesem Angewiesensein ergibt sich die Notwendigkeit zur Solidarität. Die Würde des Menschen darf nicht einfach den Gesetzen des freien Marktes unterworfen werden – dafür hat nicht zuletzt der Sozialstaat einzustehen. Aber auch jeder Einzelne ist gefragt. Denn die Wurzeln jeder „sozialen Sünde“ und aller „sündhaften Strukturen“ liegen in den Herzen der Menschen, wie das kirchliche Lehramt mehrfach in Abgrenzung von extremen Formen der Befreiungstheologie festgestellt hat. Kern des Gemeinwohls ist der Wille zum Guten und die Gewissenserforschung einzelner Menschen: „Nur so verändert sich auch auf Dauer eine Gemeinschaft von Menschen zum Guten hin“, zeigt sich Schallenberg überzeugt.

    Gut, Güte, Güter? Foto: dpa

    Gibt es eine christliche Politik? Was ist für den Menschen würdig und recht? Wer bestimmt über welches Kapital? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt der Paderborner Moraltheologe und Sozialethiker Peter Schallenberg in den 21 kurzen Kapiteln seines neuen Bändchens „Gut, Güte, Güter“. Den Schwerpunkt bilden wirtschaftliche Themen. Schallenberg verweist auf das Wort Jesu „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“ und stellt die Frage, ob es eine gute Art gibt, mit dem Geld umzugehen, eine Art des Wirtschaftens, die die Gerechtigkeit und das Wohlergehen aller im Blick hat. Der Autor, der auch die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle in Mönchengladbach leitet, meint: Christliches Denken in Wirtschaft und Politik ist möglich – und es kommt der ganzen Gesellschaft zugute. In der Tradition der katholischen Soziallehre verwurzelt, zeigt Schallenberg die christlichen Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft auf und grenzt sie vom „kalten“ Kapitalismus angelsächsischer Prägung ab. Der Mensch ist ein soziales Wesen, das von der Wiege bis zur Bahre auf seine Mitmenschen angewiesen ist. Aus diesem Angewiesensein ergibt sich die Notwendigkeit zur Solidarität. Die Würde des Menschen darf nicht einfach den Gesetzen des freien Marktes unterworfen werden – dafür hat nicht zuletzt der Sozialstaat einzustehen. Aber auch jeder Einzelne ist gefragt. Denn die Wurzeln jeder „sozialen Sünde“ und aller „sündhaften Strukturen“ liegen in den Herzen der Menschen, wie das kirchliche Lehramt mehrfach in Abgrenzung von extremen Formen der Befreiungstheologie festgestellt hat. Kern des Gemeinwohls ist der Wille zum Guten und die Gewissenserforschung einzelner Menschen: „Nur so verändert sich auch auf Dauer eine Gemeinschaft von Menschen zum Guten hin“, zeigt sich Schallenberg überzeugt.

    Es sind die Grundprinzipien der katho-lischen Soziallehre, die der Autor den Lesern anhand von vielen Einzelfragen näherbringt: Personalität, Solidarität, Subsidiarität, Gemeinwohl. Der Band ist in der Reihe „3x7 Zusagen des Glaubens“ erschienen, die tägliche Lektüreimpulse über drei Wochen bieten möchte. Die Inhalte sind darum nicht systematisch aufbereitet, sondern werden anhand von Einzelfragen durchbuchstabiert. Dabei schreckt Schallenberg auch vor schwierigen Themen nicht zurück. So widmet sich ein Kapitel der Frage: Wie löst man die Schuldenkrise?

    Der Sozialethiker erwähnt den Aufruf Papst Johannes Pauls II. zum Heiligen Jahr 2000, den ärmsten Ländern einen Schuldenerlass anzubieten. Doch würde in der heutigen Situation ein solcher Erlass nicht den Leichtsinn und die bedenkenlose Schuldenpolitik der betroffenen Länder verstärken? Und verstößt ein Schuldenerlass nicht gegen den Grundsatz der Gerechtigkeit? Gerechtigkeit aber kommt aus christlicher Sicht nicht ohne Barmherzigkeit aus, betont Schallenberg. Wie die Vergebung Gelegenheit zum Neuanfang bietet, so eröffnen Hilfen zur Entschuldung eines Landes Wege aus der wirtschaftlichen Krise – Barmherzigkeit, wirtschaftspolitisch gewendet.

    Die besondere Form des Bandes, die eine Lektüre über drei Wochen voraussetzt, bringt gelegentliche Wiederholungen von Gedanken mit sich. Fachbegriffe und theoretische Konzepte werden nicht immer erläutert. Ein Glossar hätte das Buch, das sich nicht an ein Fachpublikum richtet, berei-chern können.

    Schallenberg, Peter: Gut, Güte Güter (3x7 Zusagen des Glaubens). Pader-born: Bonifatius 2014, 107 S., EUR 13,90