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    Passau

    Oster kritisiert Flachsbarth-Engagement für Abtreibungsorganisation

    Flachsbarth unterhöhle mit einem undifferenzierten Plädoyer als „Champion“ einer Initiative, die Abtreibungen fördert, das Anliegen des Lebensschutzes. Auch im persönlichen Gespräch habe Flachsbarht seine Vorbehalte nicht ausräumen können.

    Bischof Stefan Oster kritisiert Flachsbarth-Engagement
    Mit ihrem Engagement für „She decides“ vermittele Flachsbarth den Eindruck, "dass nun auch herausragende Repräsentanten ... Foto: Armin Weigel (dpa)

    Der Passauer Bischof Stefan Oster hat sich kritisch zum Engagement der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Maria Flachsbarth, für die Initiative „She Decides“ geäußert. Flachsbarth unterhöhle mit einem undifferenzierten Plädoyer als „Champion“ von „She decides“ für „sexuelle und reproduktive Rechte“ das Anliegen des Lebensschutzes und erweise ihm einen Bärendienst, schreibt Oster in einem ausführlichen Text auf seiner Website.

    Unvereinbar mit Positionen in der katholischen Kirche

    „She decides“ sei eng mit der „International Planned Parenthood Federation“ verbunden und trete zudem für ein Recht auf Abtreibung bis zur Geburt ein. Daher verkehre sich ein Engagement für „She decides“ trotz aller guten Absichten zum Lobbyismus für einen der größten Anbieter von Abtreibung weltweit. Er halte Flachsbarths Engagement für „unvereinbar“ mit den herausgehobenen Positionen, die sie in der katholischen Kirche in Deutschland einnehme. Die 57-Jährige ist Präsidentin des katholischen Frauenbundes KDFB und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK).

    Aufgrund ihres Auftretens als „Champion“ für „She Decides“ sei er mit Flachsbarth mündlich und schriftlich in ein „intensives persönliches Gespräch eingetreten“, so Oster weiter. Darin habe er ihr mitgeteilt, dass er in ihrem Handeln „Widersprüche sehe, die sie mir nicht ausräumen konnte“. Mehrmals habe Flachsbarth dabei betont, dass sie selbstverständlich gegen Abtreibung sei. Mit ihrem Engagement für „She decides“ vermittele sie jedoch „den aus meiner Sicht nicht zu leugnenden Eindruck, dass nun auch herausragende Repräsentanten der Katholischen Kirche das ,Manifest' der She decides-Bewegung voll mittragen“, kritisiert Oster.

    Flachsbarth ist nicht nur Mitglied, sondern "Champion"

    „She Decides“ propagiere ein Manifest, das „offen und ohne Einschränkung vom Recht auf sichere Abtreibung spricht“, so Oster. Jenes Manifest sei der „nicht verhandelbare Eintrittspunkt“, wenn man Mitglied der Bewegung sein wolle. „Maria Flachsbarth ist aber nicht nur Mitglied der Bewegung, sie ist einer ihrer ,Champions'“, betont der Passauer Bischof.

    Flachsbarth hatte ihr Engagement für „She Decides“ stets verteidigt: So schrieb sie beispielsweise im Juni in einer Stellungnahme: „Ein Blick auf die Fakten“ könne die Diskussion versachlichen: „Tatsächlich setze ich mich nachdrücklich für das Recht einer jeden Frau ein, selbst zu entscheiden, ob, wann, mit wem und wie vielen Kindern sie das Leben schenken möchte. Dieses Engagement gleichzusetzen mit einem Engagement für Abtreibungen als Mittel der Verhütung ist so falsch wie absurd.“

    Auch der ZdK-Präsident Thomas Sternberg verteidigte Flachsbarth gegen Kritik und erklärte sich „völlig einig“ mit Flachsbarth: Das ZdK habe sich stets „vehement für den Lebensschutz eingesetzt“. Gleichzeitig wisse man, „dass wir das Leben der ungeborenen Kinder nur gemeinsam mit einer ungewollt schwangeren oder in einer Notlage befindlichen Mutter schützen können und nicht gegen sie“.  DT/mlu

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