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    London

    „Historisches Urteil“ verbietet Pubertätsblocker in Großbritannien

    Der High Court des Vereinigten Königreichs entscheidet zugunsten einer jungen Frau, die sich als Jugendliche zu einer „Geschlechtsumwandlung“ entschieden hatte, und diese Entscheidung heute bereut.

    Keira Bell
    Durch ihr als Teenager verschriebene Pubertätsblocker und gegengeschlechtliche Hormone sei ihr Schaden zugefügt worden, ... Foto: Imago Images

    Die 23-jährige Keira Bell sagte, dass ihr durch - ihr als Teenager verschriebene - Pubertätsblocker und gegengeschlechtliche Hormone Schaden zugefügt wurde. In einer seit langem erwarteten Entscheidung haben die Richter des High Court einem Bericht der christlichen Webseite The Christian Post zufolge nun beschlossen, dass Kindern unter 16 Jahren die Reife fehle, „eine sachkundige Einwilligungserklärung zu den experimentellen Therapien zu geben, die ihren Körper verändern“. Bell hatte gemeinsam mit einer anderen Frau die Klage gegen die Tavistock-Klinik eingereicht, die als einzige Klinik des nationalen Gesundheitsdienstes NHS „Genderidentitäts“-Störungen mit geschlechtsumwandelnden Therapien behandelt. Die andere Klägerin ist Mutter eines 15-jährigen autistischen Kindes, das auf der Warteliste der Klinik steht.

    Irreparable Schäden am Körper

    Bell habe im Prozess gesagt, dass die Medikamente zur Geschlechtsumwandlung ihren Körper irreparabel geschädigt und sie vermutlich unfruchtbar gemacht habe. Obwohl sie sich dazu selbst entschlossen hatte, sich einer Geschlechtsumwandlung zu unterziehen, sagte Bell bei ihrer Zeugenaussage, dass sie diese Entscheidung als Teenager getroffen und gar nicht die Risiken oder langfristigen Folgen bedacht hatte. Ihre Anwälte argumentierten im Oktober, „dass kein Kind in der Pubertät eine entsprechende sachgerechte Einwilligungserklärung geben“ könne.

    Dem stimmten die Richter in ihrer Entscheidung zu: „Es ist höchst unwahrscheinlich, dass ein 13-jähriges oder noch jüngeres Kind fähig wäre, der Verabreichung von Pubertätsblockern zuzustimmen“. Es sei „zweifelhaft, dass ein 14- oder 15-jähriges Kind die langfristigen Risiken und Konsequenzen der Gabe von Pubertätsblockern verstehen und einschätzen“ könne.

    Nach der gerichtlichen Entscheidung äußerte sich Bell: „Dieses Urteil ist kein politisches, es geht darum, verletzbare Kinder zu schützen... Ich freue mich, dass sich der gesunde Menschenverstand durchgesetzt hat“.

    "Leugnung des biologischen Geschlechts"

    Auf ihrer Webseite veröffentlichte die „transkritische“ Gruppe „Transgender Trend“ eine Stellungnahme, in der sie das Urteil als „Wendepunkt“ und als „vernichtende Anklage der klinischen Praxis“ an der Tavistock-Einrichtung bezeichnete. Die Gruppe forderte die Regierung auf, auch an anderen Stellen den „Einfluss der Ideologie zu verringern, die Bell und andere auf einen Weg permanenter medizinischer Schädigung geführt“ habe. Transgender Trend sagte: „Auf Basis dieses richtungsweisenden Urteils muss die Regierung Maßnahmen ergreifen, um sämtliche Transgender-Anleitungen aus Schulen und Sozialämtern zu entfernen, um Kinder zu schützen“ und jegliche weitere Vermittlung dieser Ideologie als „Tatsache“ an Kinder zu verhindern, denn die Wurzel der Gender-Ideologie sei „die Leugnung des biologischen Geschlechts“.

    Dieser Fall habe das „schlimmste und unverzeihlichste Ergebnis der institutionellen Eroberung der ganzen Gesellschaft durch die Genderlobby beleuchtet: das medizinische Experiment an gesunden Körpern von Kindern“, das „schwere unumkehrbare und lebenslange Folgen“ habe. Der Anwalt, der Bell und die andere Klägerin vertrat, sagte, dass die Entscheidung „ein historisches Urteil“ sei, das Kinder schütze, die unter Genderdysphorie litten.  DT/ks

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