• aktualisiert:

    Wulff zu Politik und Glaube

    Krakau (DT/KNA) Politisches Handeln allein aus religiösem Glauben heraus kann nach den Worten von Bundespräsident Christian Wulff „höchst gefährlich werden“. Ein unreflektierter, absoluter, ja fanatischer Glauben könne – auch im Namen des Christentums – unsägliches Leid bringen, sagte Wulff am Freitag in Krakau. Andererseits sei die Politik aber auf Maßstäbe außerhalb ihrer selbst angewiesen; diese stellten wiederum der Glauben und die Religion bereit. Der Bundespräsident äußerte sich am Freitag in Krakau zur Eröffnung einer internationalen Konferenz zur „Rolle der katholischen Kirche im Prozess der europäischen Integration“. Das Symposium wird von der Krakauer Päpstlichen Universität Johannes Paul II., der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Robert-Schuman-Stiftung in Luxemburg organisiert. An der Veranstaltung nahm auch Polens Staatspräsident Bronislaw Komorowski teil. Politik brauche Maßstäbe, „die nicht aus dem politischen Handeln selber kommen“, wenn sie sich nicht absolut setzen wolle, betonte der Bundespräsident. So biete auch der christliche Glauben Grundlagen, die aus einem auch der Politik „Unverfügbaren“ kämen. Als Beispiele nannte Wulff die Überzeugung von der Freiheit und Würde eines jeden Menschen, die Bewahrung der Schöpfung und die Pflicht zur Nächstenliebe. Wulff verwies auf das Verhältnis von Glauben und Vernunft, wie es auch Papst Benedikt XVI. immer wieder thematisiert. Der Papst spreche „zu Recht immer wieder davon, dass Glaube und Vernunft jederzeit im Dialog sein müssen, um sich gegenseitig zu korrigieren“. Der Glauben allein könne „teuflisch verdreht werden – und die Vernunft allein kann zum rein instrumentellen Pragmatismus führen, der jedem Ziel, auch dem schlimmsten, dienen kann“, sagte Wulff. „Ein Glaube, der sich Rechenschaft gibt gegenüber der Vernunft, und eine Vernunft, die sich orientieren lässt durch den Glauben: Diesen Dialog braucht gerade derjenige, der politisch handelt, der politisch Entscheidungen trifft“, so Wulff.

    Krakau (DT/KNA) Politisches Handeln allein aus religiösem Glauben heraus kann nach den Worten von Bundespräsident Christian Wulff „höchst gefährlich werden“. Ein unreflektierter, absoluter, ja fanatischer Glauben könne – auch im Namen des Christentums – unsägliches Leid bringen, sagte Wulff am Freitag in Krakau. Andererseits sei die Politik aber auf Maßstäbe außerhalb ihrer selbst angewiesen; diese stellten wiederum der Glauben und die Religion bereit. Der Bundespräsident äußerte sich am Freitag in Krakau zur Eröffnung einer internationalen Konferenz zur „Rolle der katholischen Kirche im Prozess der europäischen Integration“. Das Symposium wird von der Krakauer Päpstlichen Universität Johannes Paul II., der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Robert-Schuman-Stiftung in Luxemburg organisiert. An der Veranstaltung nahm auch Polens Staatspräsident Bronislaw Komorowski teil. Politik brauche Maßstäbe, „die nicht aus dem politischen Handeln selber kommen“, wenn sie sich nicht absolut setzen wolle, betonte der Bundespräsident. So biete auch der christliche Glauben Grundlagen, die aus einem auch der Politik „Unverfügbaren“ kämen. Als Beispiele nannte Wulff die Überzeugung von der Freiheit und Würde eines jeden Menschen, die Bewahrung der Schöpfung und die Pflicht zur Nächstenliebe. Wulff verwies auf das Verhältnis von Glauben und Vernunft, wie es auch Papst Benedikt XVI. immer wieder thematisiert. Der Papst spreche „zu Recht immer wieder davon, dass Glaube und Vernunft jederzeit im Dialog sein müssen, um sich gegenseitig zu korrigieren“. Der Glauben allein könne „teuflisch verdreht werden – und die Vernunft allein kann zum rein instrumentellen Pragmatismus führen, der jedem Ziel, auch dem schlimmsten, dienen kann“, sagte Wulff. „Ein Glaube, der sich Rechenschaft gibt gegenüber der Vernunft, und eine Vernunft, die sich orientieren lässt durch den Glauben: Diesen Dialog braucht gerade derjenige, der politisch handelt, der politisch Entscheidungen trifft“, so Wulff.