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    „Wir sind zu Kompromissen bereit“

    Der Kustos der Franziskaner des Heiligen Landes, Pierbattista Pizzaballa, hat das von jüdischer Seite kritisierte katholische Nutzungsrecht für den Jerusalemer Abendmahlssaal bekräftigt. Er äußerte sich am Dienstag in Jerusalem auf einer von der Konrad-Adenauer-Stiftung mitveranstalteten Konferenz über heilige Stätten und ihren Schutz. Wörtlich sagte der Kustos, dessen Orden historisch begründete Ansprüche auf den Abendmahlssaal erhebt: „Wir sind zu allen möglichen Kompromissen bereit. Aber unser Recht, dort zu beten, geben wir nicht auf.“ Der Abendmahlssaal, der im selben Gebäude wie das von Juden verehrte Davidsgrab liegt, sei nach der Grabeskirche der wichtigste Ort. „Wir gedenken hier der Einsetzung der Eucharistie, des Priestertums, der Erscheinungen des Auferstandenen und des Pfingstereignisses. Der Abendmahlssaal ist eine heilige Stätte für Christen, das steht außer Frage. Es ist mir unbegreiflich, wie man das bestreiten kann.“ Der christliche Glaube sei nicht nur eine Idee, sondern nehme geschichtlich und geografisch Gestalt an.

    Der Kustos der Franziskaner des Heiligen Landes, Pierbattista Pizzaballa, hat das von jüdischer Seite kritisierte katholische Nutzungsrecht für den Jerusalemer Abendmahlssaal bekräftigt. Er äußerte sich am Dienstag in Jerusalem auf einer von der Konrad-Adenauer-Stiftung mitveranstalteten Konferenz über heilige Stätten und ihren Schutz. Wörtlich sagte der Kustos, dessen Orden historisch begründete Ansprüche auf den Abendmahlssaal erhebt: „Wir sind zu allen möglichen Kompromissen bereit. Aber unser Recht, dort zu beten, geben wir nicht auf.“ Der Abendmahlssaal, der im selben Gebäude wie das von Juden verehrte Davidsgrab liegt, sei nach der Grabeskirche der wichtigste Ort. „Wir gedenken hier der Einsetzung der Eucharistie, des Priestertums, der Erscheinungen des Auferstandenen und des Pfingstereignisses. Der Abendmahlssaal ist eine heilige Stätte für Christen, das steht außer Frage. Es ist mir unbegreiflich, wie man das bestreiten kann.“ Der christliche Glaube sei nicht nur eine Idee, sondern nehme geschichtlich und geografisch Gestalt an.

    Pizzaballa führte weiter aus, dass es bei den Verhandlungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel über den in Staatsbesitz befindlichen Raum weder um eine Übertragung von Eigentums- oder Souveränitätsrechten noch um die Einrichtung einer Kirche gehe. „Wir wollen dort beten und unsere Liturgie feiern können. Das ist alles. Über die Umstände kann man reden, solange unser Recht auf Gottesdienst anerkannt ist.“ Der Kustos führte Urkunden aus dem 14. Jahrhundert an, die den rechtmäßigen Erwerb der Stätte durch die Kustodie belegten und noch in den Archiven erhalten seien. „Wir tun aber nicht so, als ob sich seit der Vertreibung der Franziskaner vom Zionsberg vor 500 Jahren nichts verändert hätte. Wir anerkennen auch die Rechte anderer. Es wäre wunderbar, wenn wir unter Gleichen diskutieren könnten und einen neuen Status quo einrichten könnten.“ Pizzaballa betonte weiter, dass die Kustodie den bevorstehenden Papstbesuch nicht ausnutzen wolle, um Fortschritte in ihrem Sinne zu machen. „Der Abendmahlssaal und der Papstbesuch sind zwei unterschiedliche Dinge.“

    Papst Franziskus wird am Montag mit seinem Gefolge und den Bischöfen des Heiligen Landes eine Messe im Abendmahlssaal feiern. om