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    „Wir laufen doch nicht feige davon!“

    Am Montag gab die Freisinger Bischofskonferenz bekannt, dass auch der am 6. Mai vom Hochschulrat gewählte Theologe Reinhard Hütter (50) nicht Präsidenten der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) wird. Als Grund gab die Bischofskonferenz nicht akzeptable finanzielle Forderungen des in den USA lehrenden Wissenschaftlers an. Hütter war am 6. Mai vom Hochschulrat mit 13 von 16 Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt worden. Nun hat der Theologe überraschend erklärt, das er das Amt nicht antritt. Regina Einig sprach mit dem Leiter des Katholischen Büro Bayern, Prälat Peter Beer, über die jüngste Entwicklung an der KU Eichstätt.

    Am Montag gab die Freisinger Bischofskonferenz bekannt, dass auch der am 6. Mai vom Hochschulrat gewählte Theologe Reinhard Hütter (50) nicht Präsidenten der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) wird. Als Grund gab die Bischofskonferenz nicht akzeptable finanzielle Forderungen des in den USA lehrenden Wissenschaftlers an. Hütter war am 6. Mai vom Hochschulrat mit 13 von 16 Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt worden. Nun hat der Theologe überraschend erklärt, das er das Amt nicht antritt. Regina Einig sprach mit dem Leiter des Katholischen Büro Bayern, Prälat Peter Beer, über die jüngste Entwicklung an der KU Eichstätt.

    Studenten der Universität Eichstätt haben mit Genugtuung auf die Causa Hütter reagiert. Wird der Fall als ein Beispiel dafür in die Katholische Universitätsgeschichte eingehen, dass wertkonservative Katholiken bei uns nichts werden können?

    Bei den leider und völlig überraschend gescheiterten Vertragsverhandlungen ist es nur um die materiellen Bedingungen für das Kommen Professor Hütters gegangen. Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen diesen Verhandlungen und kirchenpolitischen Großwetterlagen und einer liberalen oder konservativen Einstellung eines Kandidaten.

    Aus Hochschulkreisen wird der Vorwurf mangelnder Professionalität bei den Vorgesprächen erhoben. Wie beurteilen Sie ihn?

    Es sei mir das Erstaunen bezüglich der Professionalität jener Hochschulkreise erlaubt, die glauben mitreden zu können, ohne Details und Hintergründe zu kennen. Anscheinend haben manche Hochschulkreise so viel Erfahrung mit Krisen an ihren eigenen Universitäten, dass sie meinen, auch ohne Sachinformation im konkreten Fall urteilen zu können.

    Nicht wenige mutmaßen, der Hinweis auf unerfüllbare finanzielle Forderungen Hütters sei nur ein Vorwand gewesen, um andere „Leichen“ im Unikeller zu kaschieren. Warum wurde die Geldfrage erst nach der Wahl ein Thema?

    Die Geldfrage war nicht erst nach der Wahl ein Thema. Das Überraschende ist, dass nach der Wahl die Geldfrage anders gestellt wurde. Es standen plötzlich Maximalforderungen im Raum, die das Wohl der Universität als Ganzes gefährdet hätten. Unsere Alternativangebote wurden dann nicht einmal mehr geprüft – stattdessen wurde praktisch unvermittelt der Rückzug mitgeteilt.

    Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke spricht im Blick auf die völlig überraschende Absage von Reinhard Hütter von einem „Desaster“. Wäre angesichts dieses Desasters eine Neugründung der Universität wünschenswert?

    Neugründen ist keine Lösung, wir laufen doch nicht feige davon! So geht die Kirche nicht mit Problemen um! Jetzt müssen wir nach vorne blicken. Mut machen mir das große Engagement und die hohe Leistungsbereitschaft aller Mitarbeiter und Studierenden unserer Katholischen Universität.