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    Wieder Konflikt um Tempelberg

    Amman/Jerusalem (DT/KNA) Jordanien hat das Auftreten israelischer Sicherheitskräfte und radikaler Israelis auf dem Jerusalemer Tempelberg scharf kritisiert. Der jordanische Regierungssprecher Mohammad al-Momani sprach laut Berichten der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra am Sonntagabend von einer Provokation. Israel trage als Besatzungsmacht in Ostjerusalem die volle Verantwortung für die Sicherheit der Stätte sowie für deren Besucher und müsse das internationale Recht und die Menschenrechte respektieren. Al-Momani rief Israel auf, Handlungen zu unterlassen, die Bemühungen um einen dauerhaften und gerechten Frieden zwischen Israel und den Palästinensern gefährdeten.

    Am Status Jerusalems und an seinem Tempelberg entzündet sich immer wieder Streit zwischen Israel und den Arabern. Foto: Symboldpa

    Amman/Jerusalem (DT/KNA) Jordanien hat das Auftreten israelischer Sicherheitskräfte und radikaler Israelis auf dem Jerusalemer Tempelberg scharf kritisiert. Der jordanische Regierungssprecher Mohammad al-Momani sprach laut Berichten der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra am Sonntagabend von einer Provokation. Israel trage als Besatzungsmacht in Ostjerusalem die volle Verantwortung für die Sicherheit der Stätte sowie für deren Besucher und müsse das internationale Recht und die Menschenrechte respektieren. Al-Momani rief Israel auf, Handlungen zu unterlassen, die Bemühungen um einen dauerhaften und gerechten Frieden zwischen Israel und den Palästinensern gefährdeten.

    Am Sonntagmorgen war es am Tempelberg zu Zusammenstößen zwischen Muslimen und der israelischen Polizei gekommen, bei denen laut Berichten mehrere Einsatzkräfte sowie mehrere Palästinenser verletzt wurden. Unter anderem habe die Polizei Tränengas und Pfefferspray eingesetzt.

    Der Tempelberg ist für Juden, Muslime und Christen eine wichtige heilige Stätte. Bis zur Zerstörung durch die Römer im Jahr 70 befand sich an dieser Stelle der jüdische Tempel, zentrales Heiligtum Israels. Zahlreiche biblische und religiöse Überlieferungen wie die Erschaffung Adams und Evas, die Opferung Isaaks oder, auf Seiten des Islam, die Himmelsreise Mohammeds sind mit dem Ort verbunden. An Besuchen nationalistischer Israelis auf dem Tempelberg sowie an jüdischen Forderungen nach Gebetsrechten auf dem Tempelberg entzündete sich in der Vergangenheit wiederholt teils gewalttätiger Protest von Palästinensern.

    Der jordanische König Abdullah II. hat unterdessen vor einseitigen Maßnahmen gewarnt, die die Stellung Jerusalems oder seiner heiligen Stätten verändern könnten. Der rechtliche und historische Status Jerusalems müsse gewahrt werden, sagte Abdullah II. laut Bericht der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra am Sonntagabend bei einem Treffen mit Vertretern von Kirchen und der islamischen Wakf-Behörde. Der Schutz christlicher und muslimischer heiliger Stätten werde immer auch eine Priorität Jordaniens bleiben, fügte Abduallah II. hinzu.

    Bei dem Treffen forderte der König die Wiederaufnahme von ernsthaften Friedensgesprächen und betonte zugleich die Unterstützung seines Landes für die Errichtung eines unabhängigen Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt. Dies sei der einzige Weg, um einen Frieden zu erreichen.

    Gleichzeitig gibt es in Israel Bestrebungen, die Möglichkeit einer Teilung Jerusalems im Fall einer Friedenslösung zwischen Israel und Palästina zu erschweren. Einen entsprechenden Gesetzentwurf brachte der Vorsitzende der Partei „Jüdisches Heim“, Bildungsminister Naftali Bennett, ins israelische Parlament ein, wie der Sender „i24-News“ am Montag berichtete. Er sieht vor, dass eine Teilung Jerusalems im Rahmen eines Friedensabkommens mit den Palästinensern mit einer Zweidrittelmehrheit in der Knesset angenommen werden muss. Der Vorstoß soll laut dem Bericht in den kommenden Wochen vor den Rechtsausschuss des Parlaments kommen. Ziel des Gesetzes sei es, Jerusalem für immer zu einen, wird Bennett zitiert. Eine Zweidrittelmehrheit in dieser Frage zu erreichen, bezeichnete er als „unmöglich“.

    Der völkerrechtliche Status Jerusalems ist international ungeklärt. Viele Staaten, darunter die USA, erkennen die israelische Souveränität über den Osten der Stadt nicht an. Die Palästinenser beanspruchen Ostjerusalem als Hauptstadt eines zukünftigen Palästinenserstaates.