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    Widerstand gegen Atomkraft

    Hanoi/Middletown (DT/dpa) Nach der Atom-Katastrophe in Japan überdenkt Vietnam Pläne zur Errichtung eines Kernkraftwerkes. „Das Atomunglück zwingt uns dazu, das noch einmal unter die Lupe zu nehmen“, sagte der vietnamesische Industrie- und Handelsminister Vu Huy Hoang am Montag bei einem Gespräch mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich in Hanoi. Die Kernenergie sei nun eine „sehr sensible Frage“. Nach den bisherigen Plänen sollte der Bau des ersten vietnamesischen Atomkraftwerkes 2014 beginnen und 2020 vollendet sein. „Wir wissen, dass wir mehr erneuerbare Energien einsetzen müssen“, sagte der Minister, der zu DDR-Zeiten an der Freiberger Bergakademie studierte. Vietnam stehe kurz davor, Energie importieren zu müssen. Vor diesem Hintergrund habe es in der Nationalversammlung auch den Beschluss zur Nutzung der Kernenergie gegeben. In den kommenden Jahren wolle Vietnam zudem stärker auf regenerative Energien bauen.

    Hanoi/Middletown (DT/dpa) Nach der Atom-Katastrophe in Japan überdenkt Vietnam Pläne zur Errichtung eines Kernkraftwerkes. „Das Atomunglück zwingt uns dazu, das noch einmal unter die Lupe zu nehmen“, sagte der vietnamesische Industrie- und Handelsminister Vu Huy Hoang am Montag bei einem Gespräch mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich in Hanoi. Die Kernenergie sei nun eine „sehr sensible Frage“. Nach den bisherigen Plänen sollte der Bau des ersten vietnamesischen Atomkraftwerkes 2014 beginnen und 2020 vollendet sein. „Wir wissen, dass wir mehr erneuerbare Energien einsetzen müssen“, sagte der Minister, der zu DDR-Zeiten an der Freiberger Bergakademie studierte. Vietnam stehe kurz davor, Energie importieren zu müssen. Vor diesem Hintergrund habe es in der Nationalversammlung auch den Beschluss zur Nutzung der Kernenergie gegeben. In den kommenden Jahren wolle Vietnam zudem stärker auf regenerative Energien bauen.

    Atomkraftgegner haben am Montag in der Nähe des Reaktors Three Mile Island im US-Staat Pennsylvania an das Atomunglück von Harrisburg vor 32 Jahren erinnert. Sie gedachten dabei auch der Betroffenen der Katastrophe im japanischen Fukushima und forderten einen Atomausstieg in den USA. Wie jedes Jahr am 28. März hielten die Aktivisten um 03.53 Uhr Ortszeit (09.53 MESZ) eine Schweigeminute ab. Um diese Uhrzeit begann damals der Unfall, der zu einer teilweisen Kernschmelze führte und große Mengen radioaktiver Strahlung austreten ließ. 140 000 Menschen flohen zeitweise aus der näheren Umgebung. Block 2 mit dem Unglücksreaktor wurde stillgelegt, Block 1 erzeugt weiter Strom. „Unsere Herzen und Gebete gehen hinaus zu den Menschen in Japan. Es tut uns so leid, was sie durchmachen müssen“, sagte Organisator Gene Stilp von der „No nuke“-Bewegung Pennsylvanias. Er forderte eine Abschaltung aller Atomkraftwerke und zeigte sich überzeugt, dass Fukushima „die Totenglocke für die Atomkraft“ sei.