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    „Wegbereiter für den Papstbesuch“

    Herr Gindert, Ihr Kongress „Freude am Glauben“ findet kurz vor dem Papstbesuch in Deutschland statt. Welche Botschaft soll davon für diesen Besuch ausgehen? Zunächst einmal die Botschaft, die von jedem der Kongresse ausgehen soll: Freude am Glauben zu vermitteln.

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    Herr Gindert, Ihr Kongress „Freude am Glauben“ findet kurz vor dem Papstbesuch in Deutschland statt. Welche Botschaft soll davon für diesen Besuch ausgehen?

    Zunächst einmal die Botschaft, die von jedem der Kongresse ausgehen soll: Freude am Glauben zu vermitteln. Unser Generalthema „Die Kirche und ihre Sorge für die Menschen“ soll in den zahlreichen Referaten und Podiumsgesprächen zum Ausdruck gebracht werden. Auf jeden Fall freuen wir uns auf Papst Benedikt XVI. und verstehen uns als Wegbereiter. Wir möchten auf seinen Besuch einstimmen und ihn willkommen heißen. Gleichzeitig wollen wir den Weltjugendtag in Madrid nachwirken lassen.

    Welche weiteren Signale sollen in die Kirche gesendet werden?

    Dass wir alle dazu beitragen sollen, um in Deutschland einen Neuaufbruch im Glauben zu erreichen. Wir sollten uns darauf zurückbesinnen, dass wir ohne Gott nicht zurechtkommen. Wir kommen auch nicht ohne die Kirche aus, die Gottes Wort für uns auslegt und uns durch den Alltag begleitet.

    Welche gesellschaftspolitischen Signale möchten Sie mit dem Kongress aussenden?

    Dieses Mal widmen wir uns vor allem dem Menschen in seiner letzten Lebensphase. Dazu gibt es ein Podiumsgespräch mit dem Titel „Das Leben – ein unverfügbares Geschenk“. Außerdem referiert Ordensschwester Anneliese Mader zum Thema „Begleitet von Menschen im Vertrauen auf Gott – Erfahrungen mit der Hospizbewegung“. Beides soll darstellen, dass der Mensch vor dem Tod Begleitung und einfühlsame Hilfe braucht. Damit möchten wir ein Zeichen setzen, weil gegenwärtig in Deutschland und in der gesamten westlichen Welt die aktive Sterbehilfe als ein Akt der Humanität und Selbstbestimmung dargestellt wird. Am Sonntag konzentrieren wir uns auf das Thema „Familie“. Hier spielt die aktuelle Frage der Geschiedenen und Wiederverheirateten eine zentrale Rolle. Schließlich sind dies Angelegenheiten, die nicht nur innerkirchlich, sondern auch gesellschaftlich und politisch betrachtet werden müssen. Denn die Politik kann Familie über Gesetze maßgeblich beeinflussen. Da müssen wir nur einmal daran denken, wie die Ehe durch Gesetze gestärkt oder geschwächt werden kann.

    Welche Rolle spielt die Jugend?

    Die Jugend hat ein eigenes Programm mit vielen Kurzvorträgen und Workshops zu jugendgemäßen Themen. Junge Menschen möchten den Dialog suchen. So bietet sich zum Beispiel bei „Was du einen Bischof schon immer einmal fragen wolltest“ die Gelegenheit, von Weihbischof Andreas Laun zu erfahren, was ihn bewegt. Natürlich sind auch Jugendliche anwesend, die beim Weltjugendtag gewesen sind. Sie geben Impulse und frischen noch einmal auf, was Papst Benedikt XVI. ihnen in Madrid ans Herz gelegt hat.

    Was sind Ihre persönlichen Highlights?

    Ich hoffe, dass wir viele Highlights haben werden. Wir möchten unter Beweis stellen, dass sich die Kirche schon immer um die Menschen gekümmert hat. Dazu hören wir einen Vortrag von Lothar Roos, der an Wilhelm Emmanuel von Ketteler, den großen Sozialbischof des 19. Jahrhunderts, erinnert. Die Fürsorge der Kirche beginnt nicht im Jahr 2011, sondern es gibt sie seit der Urzeit des Christentums. Zudem ist es unser Anliegen, die Nöte der heutigen Zeit aufzugreifen. Dazu zählt unter anderem die Einsamkeit der Menschen, die in bestimmten Phasen besonders deutlich wird. Wenn jemand im Alter isoliert lebt oder kurz vor dem Tod steht, ist es für ihn sehr schwierig.

    Wie viele Gäste erwarten Sie?

    Wir erwarten über 1 000 Menschen. In den vergangenen zehn Jahren schwankte die Teilnehmerzahl zwischen 1 100 und 1 500. Ähnliches erhoffen wir uns auch für dieses Jahr. Ich vermute, dass der Anteil der Jugendlichen bei etwa einem Drittel liegt.