• aktualisiert:

    Was andere Zeitungen schreiben: Das Wunder von Havanna: Ein Geschenk Gottes: Schönstes Geschenk des Jahres: Gemeinsame Grundlagen

    Johannes Paul II. gewann das Herz aller Kubaner. Millionen von Menschen begleiteten jeden seiner Schritte. Sie sahen und spürten den Willen und das Opfer, die dieser alte Mann mit angeschlagener Gesundheit unter Beweis stellte ... Man sah ihm die Erschöpfung an; er war wie ein lebendiges Abbild der Welt des Leidens, die er in seinen Worten verherrlichte ... Das wahre Wunder von Havanna war ein Wunder der Liebe.

    Johannes Paul II. gewann das Herz aller Kubaner. Millionen von Menschen begleiteten jeden seiner Schritte. Sie sahen und spürten den Willen und das Opfer, die dieser alte Mann mit angeschlagener Gesundheit unter Beweis stellte ... Man sah ihm die Erschöpfung an; er war wie ein lebendiges Abbild der Welt des Leidens, die er in seinen Worten verherrlichte ... Das wahre Wunder von Havanna war ein Wunder der Liebe.

    Diese Worte sind Ausdruck einer Grundregel des christlichen Menschen, der Struktur der Werte, auf denen seine Identität, Familie und Gesellschaft gründen. Auf dieser Ebene liegt seine Verteidigung des menschlichen Lebens. Es ist ein Geschenk Gottes, das nicht in Frage gestellt werden kann, besonders am Anfang und am Ende: die Schwachheit des Fötus und die des von der Krankheit ausgezehrten Körpers stehen spiegelbildlich zueinander. Sie ändern nichts am Wert des Geschenks, am Rätsel des Menschen, in das der Mensch nicht eindringen kann, ohne einen Gewaltakt zu begehen.

    Gewiss, der aufdringliche Weihwasser-Handel wird dem Marienort vorgeworfen. Die Souvenirs stellen eine Kette der Freundschaft und der Solidarität her. Sie haben ihren festen Platz in den Häusern und auf den Friedhöfen und verewigen die Botschaft und die erfahrenen Gnaden. Man muss sich fragen, welche einzigartige Kraft hier unseren besten pastoralen Neuerungen trotzt. An der Grotte von Massabielle öffnen sich die Herzen, die tiefsten Wünsche kommen über die Lippen, die Seelen bekehren sich, Tausende von Menschen entdecken die tätige Nächstenliebe. Hinter den vielen physischen Wundern durch die Fürsprache Mariens steht ein großes bleibendes Wunder: Es erinnert uns daran, dass wir Erdenkinder durch die Gotteskindschaft zu Himmelsbürgern berufen sind. Darum ist dieser 150. Jahrestag schon jetzt das schönste Geschenk des Jahres 2008.

    Religiöser Glaube muss sich den Gegebenheiten der Modernität anpassen – insbesondere dem Pluralismus und der Unterscheidung zwischen Kirche und Staat ... Wir haben keine Wahl – die Modernität ist unsere Realität, und die Glaubensgemeinschaften können sich dem gesellschaftlichen Engagement nicht entziehen. Die Herausforderung besteht darin, eine gemeinsame Grundlage für das Leben zu finden, eine Ordnung, die unsere Unterschiede als integralen Bestandteil des Ganzen anerkennt.