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    Was andere Zeitungen schreiben: Bitte um Vergebung für Frevel: Tod durch Liebesentzug?: Die Last einer heiligen Pflicht: Treibmine namens Williamson

    Wir bitten um Vergebung für alle Menschen, die diese Tragödie gewollt und unterstützt haben – und für uns, die wir von den Dächern Italiens herab nicht noch lauter die Wahrheit verkündet haben über den Frevel, der vor sich ging: ohne Menschlichkeit, ohne Gesetz, ohne Gerechtigkeit.

    Wir bitten um Vergebung für alle Menschen, die diese Tragödie gewollt und unterstützt haben – und für uns, die wir von den Dächern Italiens herab nicht noch lauter die Wahrheit verkündet haben über den Frevel, der vor sich ging: ohne Menschlichkeit, ohne Gesetz, ohne Gerechtigkeit.

    In der Klinik von Lecco, wo sie bis vor wenigen Tagen lebte, brachten drei Ordensschwestern ihr Mutterliebe entgegen: tägliche, vorbehaltlose, geduldige Hingabe, ohne auch nur ein einziges Lächeln als Dank zu erhalten und ohne jemals zu fragen: wie lange noch? Für diese Schwestern war Eluana wie eine Tochter. Ein so plötzlicher Tod lässt an die Selbstaufgabe alter Menschen denken, die verlassen wurden. Ist sie verdurstet, oder ist sie gestorben, weil sie diese Stimmen und diese Hände nicht mehr spürte?

    Die Monarchie ist ihrem Wesen nach eine sakrale Institution. Es gab heidnische, jüdische, islamische, shintoistische, buddhistische, konfuzianische und christliche Könige und Kaiser, niemals jedoch eine Monarchie für Säkularismus und Gutmenschentum. Die Last einer heiligen Pflicht, die Verteidigung der christlichen Kultur unterscheidet einen Royal von einer Celebrity. Für die Zukunft der Monarchie ist es wichtig, dass gute Katholikinnen in die Königsfamilie aufgenommen werden können. England und der Commonwealth brauchen eine zukünftige Königin, die auf heroische Weise christlich ist. Eine Katholikin könnte in der gegenwärtigen Unkultur ein Zeichen des Widerspruchs sein.

    Die absurde Mischung aus Papst, katholischer Kirche und Holocaustleugnung entspringt jener falschen Optik, die glauben machen will, die Kirche sei reich, autoritär, auf der Seite der Mächtigen und gegen wissenschaftlichen Fortschritt – dabei ist sie offen, mit den Armen und möchte nur an der Reflexion teilnehmen. Ebenso sei sie antisemitisch – dabei konnte ein halbes Jahrhundert jüdisch-christlichen Dialogs diesen Makel längst tilgen. Benedikt XVI., der das Papstamt angenommen hat, um das Schiff Petri fest im Kurs zu halten, steht in Gefahr, zu lange das Wasser ausschöpfen zu müssen, das durch die Lecks eingedrungen ist, die die „Treibmine“ namens Williamson geschlagen hat.