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    Vier Tote bei Anschlag auf Kirche in Kairo

    Kairo (DT/KNA/dpa/aho) Bei einem Anschlag auf eine koptische Kirche in Kairo sind am frühen Sonntagabend vier Menschen getötet worden, darunter ein achtjähriges Mädchen. Extremisten schossen vor einer Kirche in Ägypten wahllos in eine Hochzeitsgesellschaft hinein. Wie der arabische Sender Al Dschasira am Montag meldete, eröffneten zwei Männer von einem Motorrad aus das Feuer auf die Gläubigen, als sie die koptisch-orthodoxe Jungfrau-Maria-Kirche im Stadtteil Al-Warak nach der Feier verließen. Neun weitere Personen seien verletzt worden, so der Sender unter Berufung auf das Innenministerium. Krankenhausärzte zählten später zwölf Verletzte.

    Kairo (DT/KNA/dpa/aho) Bei einem Anschlag auf eine koptische Kirche in Kairo sind am frühen Sonntagabend vier Menschen getötet worden, darunter ein achtjähriges Mädchen. Extremisten schossen vor einer Kirche in Ägypten wahllos in eine Hochzeitsgesellschaft hinein. Wie der arabische Sender Al Dschasira am Montag meldete, eröffneten zwei Männer von einem Motorrad aus das Feuer auf die Gläubigen, als sie die koptisch-orthodoxe Jungfrau-Maria-Kirche im Stadtteil Al-Warak nach der Feier verließen. Neun weitere Personen seien verletzt worden, so der Sender unter Berufung auf das Innenministerium. Krankenhausärzte zählten später zwölf Verletzte.

    Der Schütze und der Fahrer des Motorrads konnten entkommen. Die beiden Männer seien maskiert gewesen, sagten Augenzeugen später Reportern. Die Polizei leitete in dem Kairoer Vorort Al-Waraak eine Großfahndung ein und nahm fünf Menschen fest. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen handelt es sich um „einen langbärtigen Mann, der zu einer Gruppe terroristischer Elemente gehört“ sowie um vier Angehörige der Muslimbruderschaft aus dem Viertel. Über einen konkreten Tatverdacht wurde jedoch nichts bekannt.

    Kirchenbesucher kritisierten, dass schon seit Monaten keine Polizisten mehr zur Bewachung des Gotteshauses abgestellt worden waren. Koptische Aktivisten riefen für Dienstag zu einer Protestaktion gegen die Regierung auf. Diese habe beim Schutz der christlichen Minderheit versagt.

    Der ägyptische Ministerpräsident Hasem erklärte, die Polizei werde alles tun, um die Täter vor Gericht zu bringen. Den Terroristen werde es nicht gelingen, die ägyptischen Muslime und Christen zu spalten, betonte er in einer Erklärung. Auch der Großscheich der Al-Azhar-Universität, Ahmed al-Tayyeb, verurteilte den Anschlag laut ägyptischen Onlinemedien vom Montag. Die Tat stehe im Widerspruch zu Religion und Moral, sagte der geistlichen Leiter der Hochschule, die eines der wichtigsten Lehrinstitute des sunnitischen Islams ist. Den Angehörigen der Opfer sprach al-Tayyeb sein Beileid aus.

    Die linke Tagammu-Partei sah die Schuld für die Attacke bei den Muslimbrüdern. Sie warf den Islamisten nach Angaben des Nachrichtenportals „Al-Ahram“ vor, diese hätten mit ihrer Politik und ihren Protestaktionen Unfrieden zwischen den verschiedenen Religionsgruppen gesät. Die ägyptische Muslimbruderschaft distanzierte sich in einer Erklärung ihres Pressebüros in London von dem Angriff auf die Kirche. Die meisten führenden Mitglieder der Islamistenbewegung seien nach der Entmachtung von Präsident Mohammed Mursi durch das Militär Anfang Juli inhaftiert worden.

    Ein Bischof der koptischen Kirche in Großbritannien sagte Al Dschasira, Angriffe auf Christen hätten in den vergangenen Monaten zugenommen. Christliche Ägypter würden für den Sturz des islamistischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi verantwortlich gemacht. Nach einer von Amnesty International veröffentlichten Untersuchung wurden seit der Niederschlagung der Pro-Mursi-Proteste durch die ägyptische Polizei und das Militär mehr als 200 christliche Gebäude, darunter Kirchen, Schulen und Wohlfahrtseinrichtungen, angegriffen. 43 Kirchen wurden bislang zerstört oder schwer beschädigt. „Es ist beunruhigend, dass koptische Christen offenbar von einigen Anhängern des ehemaligen Präsidenten Mursi für Racheaktionen ausgewählt wurden und die Regierung sie nicht schützt“, sagt die Nahost-Expertin Ruth Jüttner von Amnesty International. Die Organisation fordert daher die ägyptische Regierung auf, unabhängige Untersuchungen der Angriffe auf Kopten einzuleiten sowie Sicherheitsmaßnahmen zu garantieren, die Folgetaten verhindern. „Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, um religiös motivierte Angriffe auf Minderheiten zu verhindern“, sagt Jüttner.

    Die koptischen Christen stellen rund zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung von 85 Millionen. Genaue Angaben schwanken.