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    Umfragen bis zum Umfallen

    Von Andreas Wodok

    Von Andreas Wodok

    Elf, neun, neun, elf, zehn, dreizehn, vierzehn, elf, elf, elf, zwölf, zwölf. Demoskopie kann so spannend sein. Elf, elf, vierzehn, vierzehn, zwölf, fünfzehn, vierzehn, vierzehn, vierzehn, dreizehn, dreizehn, zwölf. Haben Sie die Fünfzehn im Juni bemerkt? Neun, neun, neun, elf, zehn, zwölf, zehn, zehn, elf, acht, sieben, zehn. Was für ein Jahr! Zwölf Monate lang lieferten sich die drei Oppositionsparteien ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Sonntagsfrage – um am Ende alle bis auf einen Prozentpunkt genau dort zu stehen, wo sie angefangen haben. Gefühlte vier Milliarden Mal haben Allensbach, Forsa und Co. die Bundesbürger in diesem Jahr nach ihrer Meinung gefragt. Herausgekommen ist ein gewichteter und repräsentativer Durchschnitt von 57,369 Prozent oder Tonnen oder Jas oder weiß nicht/keine Angaben rufen Sie später noch mal an. Demoskopen lassen sich nicht abschütteln. Stunde für Tag für Woche für Monat wollen sie Meinung, Meinung, Meinung. Sind Sie für die Einführung eines TÜVs für Altenheime? Wie viel geben Sie für Weihnachtsgeschenke aus? Das beliebteste Märchen? Der schönste Flughafen? Das beste Auto? Ja, 200 Euro, Schneewittchen, München, Mercedes. 37, 38, 37, 38, 37, 36, 35, 38, 36, 37, 36, 38. War da was? Richtig, die Unionsparteien schwimmen auf einer Sympathiewelle. 27, 30, 28, 23, 27, 20, 22, 22, 25, Beck ist weg, 26, 26, 23 – noch Fragen?

    75 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen sind übergewichtig oder adipös, 84 Prozent der Bundesbürger halten sich für gesund. 80 Prozent der Autofahrer schätzen sich selbst als gute Fahrer ein, und 80 Prozent beklagen die zunehmende Rücksichtslosigkeit auf den Straßen. Ein Drittel der deutschen Männer hat noch nie ein Buch gelesen, 47 Prozent glauben an intelligentes Leben im All. Was das neue Jahr bringt? Neue Umfragen auf jeden Fall.