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    USA: Leitzins auf historischem Tief

    Washington (DT/dpa) Die US-Notenbank hat aus Furcht vor einer Verschärfung der Rezession die Leitzinsen auf einen historischen Tiefstand von faktisch Null-Prozent gesenkt. Nach zuvor 1,0 Prozent wurde die Zinsspanne am Dienstag auf Null bis 0,25 Prozent zurückgenommen. Das ist das niedrigste Niveau seit 1971, als erstmals ein Zinsziel für Tagesgeld festgelegt wurde. Die Aussichten der US-Wirtschaft hätten sich weiter verschlechtert, begründete die US- Notenbank (Fed) ihre beispiellose Zinssenkung. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt sei noch negativer, der private Konsum, Investitionen und die Industrieproduktion seien anhaltend rückläufig.

    Washington (DT/dpa) Die US-Notenbank hat aus Furcht vor einer Verschärfung der Rezession die Leitzinsen auf einen historischen Tiefstand von faktisch Null-Prozent gesenkt. Nach zuvor 1,0 Prozent wurde die Zinsspanne am Dienstag auf Null bis 0,25 Prozent zurückgenommen. Das ist das niedrigste Niveau seit 1971, als erstmals ein Zinsziel für Tagesgeld festgelegt wurde. Die Aussichten der US-Wirtschaft hätten sich weiter verschlechtert, begründete die US- Notenbank (Fed) ihre beispiellose Zinssenkung. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt sei noch negativer, der private Konsum, Investitionen und die Industrieproduktion seien anhaltend rückläufig.

    Die Aktienmärkte in New York reagierten am Dienstag mit deutlichen Kursaufschlägen auf die Zinsentscheidung. Der Leitindex Dow-Jones baute seine Gewinne deutlich auf 4,20 Prozent aus und schloss mit 8924,14 Punkten.

    Finanzspezialisten interpretierten den außergewöhnlichen Schritt der Notenbank als Abkehr von der bisherigen Zinspolitik. Die Risiken eines Abgleitens der US-Wirtschaft in eine deflationäre Krise würden als so hoch eingeschätzt, dass die Fed jetzt mit voller Kraft Liquidität in die Märkte pumpe und alle Rücksichten fallen lasse, erklärte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner. „In letzter Konsequenz heißt das, dass die Fed Geldpolitik jetzt über die Notenpresse betreibt.“ Die meisten Analysten hatten nur mit einer Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt gerechnet.

    Die schwachen wirtschaftlichen Bedingungen machten einen „außergewöhnlich niedrigen Leitzins“ für einige Zeit notwendig, erklärte die Notenbank. Die Fed werde alle zur Verfügung stehenden Mittel ergreifen, um wieder ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Preisstabilität zu erreichen. Die Geldhüter kündigten weitere geldpolitische Maßnahmen an. Die Fed denke auch über den Kauf von Staatsanleihen mit langer Laufzeit nach. Man sei zudem bereit, den Ankauf von Schuldpapieren und Hypothekenpapieren noch auszuweiten.

    Bereits seit August 2007 hatte die Fed ihren Leitzins in mehreren Schritten von damals 5,25 Prozent gesenkt, so Ende Oktober um 0,5 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Zins am 4. Dezember auf 2,5 Prozent festgelegt.

    Die US-Wirtschaft droht, immer tiefer in die Rezession zu sinken. Seit Dezember vergangenen Jahres sind etwa zwei Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,7 Prozent, der höchsten Quote seit den 30er Jahren in den USA. Die Jahres-Inflationsrate sank im November auf nur noch 1,1 Prozent. Der Inflationsdruck sei stark zurückgegangen, erklärte die Notenbank. Der Rückgang der Preise für Energie und andere Rohstoffe und die insgesamt schwächeren Aussichten für die Wirtschaft sprächen für einen weiteren Rückgang der Inflation in den kommenden Quartalen.

    Der designierte Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, bekräftigte am Dienstag, mit einem umfangreichen Investitionsprogramm des Staates die Konjunktur wieder ankurbeln zu wollen. Im Kampf gegen die Rezession „gehen uns allmählich die Mittel aus“, sagte er in Chicago mit Blick auf die Fed-Entscheidung. „Wir gehen derzeit durch die härteste Zeit seit der großen Depression“, betonte der Demokrat, der am 20. Januar das Präsidentenamt übernimmt.