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    US-Kardinal für Waffenverbot

    Newtown/Boston (DT/KNA/dpa) Nach dem Massaker von Newtown hat Bostons Kardinal Sean O'Malley ein Verbot von Schusswaffen gefordert. Das Blutbad in der Sandy-Hook-Grundschule sei „eine Tragödie von fast biblischen Ausmaßen“, sagte der Kardinal laut dem Nachrichtenportal „boston.com“ am Sonntag. Künftig müsse ein Gesetz verhindern, dass automatische Waffen in die Hände von Privatleuten gelangten. Bei dem Anschlag durch einen 20-Jährigen am Freitag kamen 20 Kinder und 6 Lehrerinnen ums Leben. Zuvor hatte der Täter seine Mutter getötet; am Ende erschoss er sich selbst. Auch Papst Benedikt XVI. bekundete seine „tiefe Trauer über die sinnlose Gewalt“. „Ich versichere die Familien der Opfer, vor allem diejenigen, die ein Kind verloren haben, meiner Verbundenheit im Gebet“, sagte er am Sonntag nach seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz im Vatikan. „Möge der Gott des Trostes ihre Herzen berühren und ihre Schmerzen erleichtern“, fügte er hinzu. Gerade die Adventszeit solle eine Zeit intensiven Gebetes um Frieden sein. Bereits am Samstag hatte Benedikt XVI. durch seinen Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone in einem Beileidstelegramm an den zuständigen Ortsbischof allen von der Tragödie Betroffenen sein Mitgefühl geäußert. US-Präsident Barack Obama kündigte nach dem Massaker entschiedene Schritten gegen Waffengewalt an. Die Zeit zum Handeln sei gekommen, sagte der Präsident am Sonntagabend auf einer Trauerfeier für die Opfer in Newtown. Allerdings blieb er vage: „In den kommenden Wochen werde ich meine Macht im Amt (...) zu Bemühungen nutzen, die darauf abzielen, weitere Tragödien wie diese zu verhindern.“ Obama, der selbst Vater von zwei Töchtern ist, sagte, es sei die erste Pflicht der Gesellschaft, ihre Kinder zu schützen. Er stellte die Frage, ob die USA als Nation wirklich diese Pflicht erfüllten. „Die Antwort ist nein. Wir tun nicht genug.“

    Newtown/Boston (DT/KNA/dpa) Nach dem Massaker von Newtown hat Bostons Kardinal Sean O'Malley ein Verbot von Schusswaffen gefordert. Das Blutbad in der Sandy-Hook-Grundschule sei „eine Tragödie von fast biblischen Ausmaßen“, sagte der Kardinal laut dem Nachrichtenportal „boston.com“ am Sonntag. Künftig müsse ein Gesetz verhindern, dass automatische Waffen in die Hände von Privatleuten gelangten. Bei dem Anschlag durch einen 20-Jährigen am Freitag kamen 20 Kinder und 6 Lehrerinnen ums Leben. Zuvor hatte der Täter seine Mutter getötet; am Ende erschoss er sich selbst. Auch Papst Benedikt XVI. bekundete seine „tiefe Trauer über die sinnlose Gewalt“. „Ich versichere die Familien der Opfer, vor allem diejenigen, die ein Kind verloren haben, meiner Verbundenheit im Gebet“, sagte er am Sonntag nach seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz im Vatikan. „Möge der Gott des Trostes ihre Herzen berühren und ihre Schmerzen erleichtern“, fügte er hinzu. Gerade die Adventszeit solle eine Zeit intensiven Gebetes um Frieden sein. Bereits am Samstag hatte Benedikt XVI. durch seinen Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone in einem Beileidstelegramm an den zuständigen Ortsbischof allen von der Tragödie Betroffenen sein Mitgefühl geäußert. US-Präsident Barack Obama kündigte nach dem Massaker entschiedene Schritten gegen Waffengewalt an. Die Zeit zum Handeln sei gekommen, sagte der Präsident am Sonntagabend auf einer Trauerfeier für die Opfer in Newtown. Allerdings blieb er vage: „In den kommenden Wochen werde ich meine Macht im Amt (...) zu Bemühungen nutzen, die darauf abzielen, weitere Tragödien wie diese zu verhindern.“ Obama, der selbst Vater von zwei Töchtern ist, sagte, es sei die erste Pflicht der Gesellschaft, ihre Kinder zu schützen. Er stellte die Frage, ob die USA als Nation wirklich diese Pflicht erfüllten. „Die Antwort ist nein. Wir tun nicht genug.“

    In den USA ist die Waffenlobby sehr mächtig. Sie wehrte bisher Forderungen nach schärferen Gesetzen stets ab. In den USA befinden sich mehr Waffen in Privatbesitz als in jedem anderen Land der Welt - Statistiker gehen von 270 Millionen aus (Stand 2007). Mehr als 40 Prozent aller US-Haushalte besaßen im vorigen Jahr eine Schusswaffe.