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    Tschechien: Papst spricht Kirche Mut zu

    Prag (gho) Mit einem Appell an die katholische Jugend Tschechiens ist gestern die dreizehnte Auslandsreise Benedikts XVI. zu Ende gegangen. Am Sonntag und Montag feierte Papst Gottesdienste unter freiem Himmel im südmährischen Brünn (Brno), hier mit etwa hundertfünfzigtausend Gläubigen, und in dem bei Prag gelegenen Wallfahrtsort Altbunzlau (Stara Boleslav). Hierhin, wo die Reliquien des Nationalheiligen Wenzel verehrt werden, waren etwa fünfzigtausend Menschen gekommen, darunter um die fünfzehntausend Jugendliche. Für die tschechische Kirche ist der Gedenktag des heiligen Wenzel am 28. September mit einer traditionellen Wallfahrt nach Altbunzlau verbunden. In dem 35 Kilometer von Prag entfernten Ort wurde König Wenzel im Jahr 935 von seinem Bruder ermordet.

    Prag (gho) Mit einem Appell an die katholische Jugend Tschechiens ist gestern die dreizehnte Auslandsreise Benedikts XVI. zu Ende gegangen. Am Sonntag und Montag feierte Papst Gottesdienste unter freiem Himmel im südmährischen Brünn (Brno), hier mit etwa hundertfünfzigtausend Gläubigen, und in dem bei Prag gelegenen Wallfahrtsort Altbunzlau (Stara Boleslav). Hierhin, wo die Reliquien des Nationalheiligen Wenzel verehrt werden, waren etwa fünfzigtausend Menschen gekommen, darunter um die fünfzehntausend Jugendliche. Für die tschechische Kirche ist der Gedenktag des heiligen Wenzel am 28. September mit einer traditionellen Wallfahrt nach Altbunzlau verbunden. In dem 35 Kilometer von Prag entfernten Ort wurde König Wenzel im Jahr 935 von seinem Bruder ermordet.

    Der dreitägige Pastoralbesuch stand ganz im Zeichen des Bemühens Papst Benedikts, einer am Boden liegenden Ortskirche wieder auf die Beine zu helfen. Der Zeit der Unterdrückung der katholischen Kirche unter dem kommunistischen Regime folgte kein Aufblühen des kirchlichen Lebens, sondern ein weiterer Niedergang. Tschechien gilt heute als eines der säkularisiertesten Länder der Welt. Es ist auch der einzige Staat in der Europäischen Union, der sein Verhältnis zur Kirche noch nicht vertraglich geregelt hat. Immer noch wartet die Kirche auf einen Ausgleich für die Schäden, die sie unter den Kommunisten erlitten hat, beziehungsweise auf die Rückgabe konfiszierter Güter. Allerdings hat der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, der Prager Kardinal Miloslav Vlk, zu verstehen gegeben, die Regierung in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht unter finanziellen Druck setzen zu wollen. Der Erzbischof ist einer der führenden Bischöfe der interreligiösen Fokolar-Bewegung.

    Vatikansprecher Federico Lombardi hat eine positive Bilanz der Tschechien-Reise des Papstes gezogen. Benedikt XVI. sei von den Tschechen freundlich empfangen worden und persönlich mit dem Verlauf der Reise zufrieden, sagte Lombardi vor mitreisenden Journalisten. Als sehr zufriedenstellend wertete er Gespräche am Rande der Pastoralvisite zwischen Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und dem tschechischen Ministerpräsidenten Jan Fischer. Es herrsche „Einvernehmen über den positiven Beitrag der Kirche für die Gesellschaft“. Auf dieser Grundlage wolle man noch offene Fragen angehen, kündigte Lombardi mit Blick auf den noch nicht ratifizierten Vertrag zwischen Tschechien und dem Heiligen Stuhl sowie die ungelöste Frage der Entschädigungen für enteignete Kirchengüter.

    Die Jugendlichen in Altbunzlau rief Papst Benedikt in einer eigenen Botschaft dazu auf, sich nicht „durch illusorische Trugbilder von künstlichen Paradiesen verlocken“ zu lassen, sondern das Herz für die Begegnung mit Christus zu öffnen, „einer lebendigen Person, die dem Leben einen neuen Horizont und damit die entscheidende Ausrichtung gibt“. Auch sollten sie nicht zögern, wenn der Herr sie zum Priesterdienst oder geweihten Leben berufe. Die Jugendlichen seien die Hoffnung der Kirche. „Mit euch fühlt sich auch der Papst jung!“, sagte Benedikt XVI. Die Predigt in Altbunzlau hatte der Papst dem Märtyrer und König Wenzel gewidmet. Das Beispiel der Heiligen könne helfen, glaubwürdig zu sein: „Es reicht nicht, einen guten und ehrlichen Eindruck zu machen; man muss es wirklich sein.“ Gut und ehrlich sei der, der das Licht Gottes nicht mit seinem Ich verdecke. Gestern Nachmittag kehrte der Papst nach Rom zurück.