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    Tote und Chaos in Bangkok

    Bangkok (DT/dpa) Nach dem Einmarsch der Armee ist die Gewalt in Bangkok blutig eskaliert. Mindestens fünf Menschen kamen am Mittwoch bei schweren Zusammenstößen ums Leben, darunter ein italienischer Fotojournalist. Sieben Anführer der Demonstranten ergaben sich der Polizei, „um weiteres Blutvergießen zu vermeiden“, wie sie sagten. Anhänger quittierten dies mit wütenden Protesten. Sie schlugen Fensterscheiben ein und legten Brände in einem großen Einkaufszentrum und der Börse.

    Bangkok (DT/dpa) Nach dem Einmarsch der Armee ist die Gewalt in Bangkok blutig eskaliert. Mindestens fünf Menschen kamen am Mittwoch bei schweren Zusammenstößen ums Leben, darunter ein italienischer Fotojournalist. Sieben Anführer der Demonstranten ergaben sich der Polizei, „um weiteres Blutvergießen zu vermeiden“, wie sie sagten. Anhänger quittierten dies mit wütenden Protesten. Sie schlugen Fensterscheiben ein und legten Brände in einem großen Einkaufszentrum und der Börse.

    Regierungsgegner zogen nach dem Militäreinsatz zu Medienunternehmen und bedrohten Reporter. Sie fanden deren Berichterstattung einseitig. Alle Mitarbeiter der „Bangkok Post“ wurden aufgerufen, das Gebäude zu verlassen, weil sich die Rothemden näherten, schrieb die Zeitung auf ihrer Webseite. Auch vor dem Gebäude der zweiten englischsprachigen Zeitung „The Nation“ und vor dem Sender Channel 3 News sammelten sich verärgerte Demonstranten. Die Armee war im Morgengrauen mit Panzern in Bangkok eingefahren, hatte die Barrikaden der Rothemden eingerissen und war auf das Protestgelände vorgerückt. Soldaten schossen auf Demonstranten, die Barrikaden anzündeten und sich in den Weg stellten. Die Demonstranten wurden aus dem seit Ostern besetzten Ratchaprasong-Geschäftsviertel weitgehend vertrieben. Die Rothemden hatten ihre Proteste Mitte März begonnen, um die Regierung zum Rücktritt zu zwingen. Ein Kompromissangebot mit vorgezogenen Wahlen scheiterte vergangene Woche in letzter Minute, weil die Rothemden neue Forderungen für einen Abzug stellten.

    Nach der gewaltsamen Räumung des Protestgeländes der Regierungsgegner in Bangkok hat das thailändische Militär eine Ausgangssperre für die Nacht verfügt. Sie gilt zwischen 20.00 Uhr und 06.00 Uhr, Regierungschef Abhisit Vejjajiva habe die entsprechende Verfügung bereits unterzeichnet, berichteten thailändische Medien am Mittwoch.