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    Tawadros II. kritisiert Mursi

    Kairo (DT/om) Mit deutlichen Worten hat der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. der ägyptischen Regierung Versagen bei den jüngsten konfessionellen Unruhen im Land vorgeworfen. In einem Interview mit dem Fernsehsender ONtv sagte das Kirchenoberhaupt am Dienstag, dass ihm Staatspräsident Mursi im Rahmen eines Telefonats zwar versprochen habe, alles zu tun, um die Kathedrale und seine Residenz zu schützen. „Aber in Wirklichkeit sehen wir nichts davon“, so Tawadros. Er sei für die Anteilnahme des Präsidenten dankbar. „Höfliche Worte von Seiten der Regierungsverantwortlichen sind aber nicht genug. Die Kopten müssen sehen, dass diese in echte Taten umgesetzt würden.“ Der Staat habe den Angriffen auf sie in Chusus und vor der Markuskathedrale nur zugesehen. Das habe Ägyptens Ansehen in der Welt beschädigt. „Dem Gesetz muss umgehend wieder Geltung verschafft werden. Die Gesellschaft fällt auseinander“, so Tawadros weiter. „Wir haben genug von Kommissionen und Krisengruppen. Wir brauchen Taten statt Worte.“

    Kairo (DT/om) Mit deutlichen Worten hat der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. der ägyptischen Regierung Versagen bei den jüngsten konfessionellen Unruhen im Land vorgeworfen. In einem Interview mit dem Fernsehsender ONtv sagte das Kirchenoberhaupt am Dienstag, dass ihm Staatspräsident Mursi im Rahmen eines Telefonats zwar versprochen habe, alles zu tun, um die Kathedrale und seine Residenz zu schützen. „Aber in Wirklichkeit sehen wir nichts davon“, so Tawadros. Er sei für die Anteilnahme des Präsidenten dankbar. „Höfliche Worte von Seiten der Regierungsverantwortlichen sind aber nicht genug. Die Kopten müssen sehen, dass diese in echte Taten umgesetzt würden.“ Der Staat habe den Angriffen auf sie in Chusus und vor der Markuskathedrale nur zugesehen. Das habe Ägyptens Ansehen in der Welt beschädigt. „Dem Gesetz muss umgehend wieder Geltung verschafft werden. Die Gesellschaft fällt auseinander“, so Tawadros weiter. „Wir haben genug von Kommissionen und Krisengruppen. Wir brauchen Taten statt Worte.“

    Auch das oberste Laiengremium der koptisch-orthodoxen Kirche, der Melli-Rat, übte heftige Kritik an den Behörden. Nie würde bei den sich häufenden Angriffen auf Kopten ein Schuldiger festgenommen beziehungsweise verurteilt, so der Rat. Auch im Schura-Rat, dem Oberhaus des ägyptischen Parlaments, sorgten die konfessionellen Zusammenstöße für heftige Debatten. Islamistische Abgeordnete warfen den Kopten des Landes vor, Extremisten und für die Gewalt verantwortlich zu sein. Koptische Abgeordnete wiesen die Vorwürfe zurück und verließen unter Protest die Sitzung. Bei den Ausschreitungen vor der Markuskathedrale, dem Sitz des koptischen Patriarchen in Kairo, waren am Sonntag zwei Menschen ums Leben gekommen und über neunzig Personen verletzt worden. Unbekannte hatten die Teilnehmer des Begräbnisgottesdienstes mit Steinen und Molotov-Cocktails beworfen. Augenzeugen berichten, dass die anwesenden Sicherheitskräfte zunächst nicht eingegriffen hätten. Die Trauerfeier galt vier am Vortag in Chusus bei Kairo getöteten Christen. Dort war es zu Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen aufgrund bislang nicht eindeutig zu klärender Ursachen gekommen.