• aktualisiert:

    Super-Dienstag bringt noch keine Klarheit

    Washington (DT/dpa) Im dramatischen Rennen zwischen Hillary Clinton und Barack Obama um die demokratische Präsidentschaftskandidatur in den Vereinigten Staaten hat der „Super-Dienstag“ keinen eindeutigen Sieger gebracht. Während die frühere First Lady allenfalls einen Etappensieg über den schwarzen Senator erzielen konnte, triumphierte bei den Republikanern der 71-jährige John McCain. Er setzte sich mit einer Siegesserie in wichtigen Staaten deutlich gegen seine Rivalen Mitt Romney und Mike Huckabee durch. Bei der Vorwahl-Abstimmung gaben viele Millionen Wähler in 24 der 50 Bundesstaaten ihre Stimme ab.

    Washington (DT/dpa) Im dramatischen Rennen zwischen Hillary Clinton und Barack Obama um die demokratische Präsidentschaftskandidatur in den Vereinigten Staaten hat der „Super-Dienstag“ keinen eindeutigen Sieger gebracht. Während die frühere First Lady allenfalls einen Etappensieg über den schwarzen Senator erzielen konnte, triumphierte bei den Republikanern der 71-jährige John McCain. Er setzte sich mit einer Siegesserie in wichtigen Staaten deutlich gegen seine Rivalen Mitt Romney und Mike Huckabee durch. Bei der Vorwahl-Abstimmung gaben viele Millionen Wähler in 24 der 50 Bundesstaaten ihre Stimme ab.

    Obama gewann nach Berechnungen von Fernsehsendern in 13 Bundesstaaten, Clinton in acht, darunter allerdings wichtige Staaten wie New York und Kalifornien. Der Westküstenstaat gilt als besonders bedeutend, weil es allein dort um fast ein Zehntel der Delegierten für den demokratischen Nominierungsparteitag geht. Nach dem Stand der Auszählungen am Mittwochvormittag (Ortszeit) lag die Senatorin nach dem „Super-Dienstag“ insgesamt bei etwa 725 Delegiertenstimmen, Obama bei 640. Obama zeigte nach Einschätzung von Kommentatoren, dass er bei den Wählern quer durch die Vereinigten Staaten ankommt. Er siegte in Georgia, Illinois, Delaware, Alabama, Kansas, North Dakota, Connecticut, Utah, Minnesota, Colorado, Idaho, Missouri und Alaska. Clinton gewann neben New York und Kalifornien auch Oklahoma, Tennessee, Arkansas, Massachusetts, New Jersey und Arizona.

    Clinton feierte in New York ihren Heimerfolg. „Heute ist die Nacht Amerikas“, sagte die Senatorin vor jubelnden Anhängern. Die Wähler hätten in Rekordzahlen für eine Erneuerung des Landes gestimmt. Obama erklärte, die Wähler hätten sich für einen Wechsel entschieden. „Unsere Zeit ist gekommen“, rief er seinen begeisterten Anhängern zu. „Der Wechsel kommt.“

    Bei den Republikanern gewann Favorit John McCain in neun Staaten, darunter New York und Kalifornien. Der religiös-konservative Huckabee kam auf fünf, Romney auf sechs Staaten. McCain rief in seinem Heimatstaat Arizona seinen Anhängern zu, er sei dem Weißen Haus nun ein Stück nähergekommen. Ausdrücklich erinnerte er an den früheren US-Präsidenten Ronald Reagan und sagte: „Wir sind die größte Nation der Welt.“ Laut vorläufigen Zahlen lag der Senator nach den Abstimmungen vom Dienstag mehrere hundert Delegiertenstimmen vor seinem nächsten Verfolger Mitt Romney.

    Mit Blick auf sein schlechtes Abschneiden zu Beginn des Wahlkampfes sagte Vietnamkriegsveteran McCain, er habe nichts gegen die Rolle des „Underdog“ im Rennen um die Nominierung gehabt. Jetzt aber sei es offensichtlich, dass er Favorit sei, „und ich habe nicht das mindeste dagegen“, fügte er mit strahlender Miene hinzu.

    Erste Reaktionen konzentrierten sich auf das knappe Rennen bei den Demokraten. Gary Smith, der Direktor der American Academy in Berlin, sagte dem Sender N-TV, Hillary Clinton könnte im Wahlkampf finanzielle Probleme bekommen. Ihr Rivale dagegen habe diese Sorgen nicht. „Umso länger Obama Wahlkampf macht, und die Leute ihn kennenlernen, desto stärker wird er.“ Der Amerikaexperte der SPD- Fraktion im Bundestag, Hans-Ulrich Klose, meinte im NDR Info, Obama habe eine gute Chance auf die Nominierung. Clinton polarisiere sehr stark und sei „sozusagen die Gewähr dafür, dass die republikanischen Wähler an die Urne gehen“.