• aktualisiert:

    Streit um Abtreibung

    Dublin (DT/KNA) Die irische Regierung will Abtreibungen unter bestimmten Voraussetzungen erlauben. Am Dienstag kündigte die Koalition der konservativen Fine Gael-Partei und der Labour-Partei an, die Abtreibungsgesetzgebung des Landes entsprechend zu ändern. Damit folgt die Regierung dem Untersuchungsbericht einer eigens eingerichteten Expertengruppe, die sich für diese Option ausgesprochen hatte.

    Dublin (DT/KNA) Die irische Regierung will Abtreibungen unter bestimmten Voraussetzungen erlauben. Am Dienstag kündigte die Koalition der konservativen Fine Gael-Partei und der Labour-Partei an, die Abtreibungsgesetzgebung des Landes entsprechend zu ändern. Damit folgt die Regierung dem Untersuchungsbericht einer eigens eingerichteten Expertengruppe, die sich für diese Option ausgesprochen hatte.

    Die Abtreibungsgesetzgebung in Irland ist seit Jahrzehnten ein politisch hart umkämpftes Thema. Schwangerschaftsabbrüche sind in Irland grundsätzlich nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter gefährdet ist. Doch 1992 entschied der Oberste Gerichtshof in einem Fall einer 14-Jährigen, die durch eine Vergewaltigung schwanger geworden war und schwer depressiv wurde, dass Selbstmordgefahr ein ausreichender Grund für eine Abtreibung sei. Keine Regierung hat dieses Urteil bisher jedoch in Gesetzesform gebracht. Abtreibungsgegner und die irische Bischofskonferenz hatten eine Gesetzesänderung abgelehnt und lediglich die Einführung von Richtlinien für medizinisches Personal oder aber einen Volksentscheid befürwortet.

    Medienberichten zufolge will die jetzige Regierung dem Urteil jedoch folgen. Mit der Klärung der Gesetzeslage erfüllt Irland die Forderung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Dieser hatte 2010 entschieden, dass die legale Unklarheit in Sachen Abtreibung das Menschenrecht der irischen Frauen verletze. Den endgültigen Anstoß gab jedoch der aufsehenerregende Fall einer schwangeren Inderin, die im Oktober in einem Krankenhaus in Galway an einer Blutvergiftung verstarb, nachdem ihr die Ärzte eine Abtreibung verwehrt hatten.