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    Städtebund will Lockerung des Tanzverbots

    Osnabrück (DT/KNA) Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat angesichts des in den meisten Bundesländern geltenden Tanzverbots zu Karfreitag eine Lockerung der Feiertagsgesetze gefordert. Nötig sei eine „größere Anpassung an die gesellschaftliche Realität“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Eine Tanzveranstaltung in geschlossenen Räumen störe die Feiertagsruhe in der Regel nicht, hieß es. Landsberg sagte, es gehe darum, Christen die Möglichkeit zu geben, den Karfreitag in Stille zu begehen, ohne anderen ihre Lebensweise vorzuschreiben. Der Staat solle dabei Menschen nicht vorschreiben, wie sie zu feiern oder zu leben hätten. Stärker zu beachten seien regionale Besonderheiten. Der Hauptgeschäftsführer kritisierte zudem, dass die von Land zu Land unterschiedlich geregelten Tanzverbote auch andere öffentliche Veranstaltungen wie etwa Sportveranstaltungen beträfen. Hier müssten mehr „Spielräume“ geschaffen werden. Immer wieder kommen Debatten über das Tanzverbot auf. Einschränkungen gibt es nicht nur an Karfreitag, sondern auch am Volkstrauertag und Totensonntag. Die Kirchen pochen auf die Bedeutung des Karfreitag, an dem Christen an das Leiden und Sterben Jesu Christi erinnern. Die heutigen Regelungen sind Ländersache. Mehrere Bundesländer haben ihre Gesetze in den vergangenen Jahren gelockert. Im November 2016 erklärte das Bundesverfassungsgericht den strengen bayerischen Schutz des Karfreitag für verfassungswidrig. Geklagt hatte der „Bund für Geistesfreiheit“ (BfG), dem die Stadt seit 2007 das Feiern von „Heidenspaß“-Partys am Karfreitag untersagt hatte. Ein generelles Verbot sei unverhältnismäßig, so das Urteil; es müsse auch Möglichkeiten für Ausnahmen von der Pflicht zur Stille geben. Der Linken-Politiker Ralf Michalowsky aus Nordrhein-Westfalen, zugleich Bundessprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Laizismus der Partei, bezeichnete das Tanzverbot als „ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert“. Es müsse abgeschafft werden.

    Osnabrück (DT/KNA) Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat angesichts des in den meisten Bundesländern geltenden Tanzverbots zu Karfreitag eine Lockerung der Feiertagsgesetze gefordert. Nötig sei eine „größere Anpassung an die gesellschaftliche Realität“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Eine Tanzveranstaltung in geschlossenen Räumen störe die Feiertagsruhe in der Regel nicht, hieß es. Landsberg sagte, es gehe darum, Christen die Möglichkeit zu geben, den Karfreitag in Stille zu begehen, ohne anderen ihre Lebensweise vorzuschreiben. Der Staat solle dabei Menschen nicht vorschreiben, wie sie zu feiern oder zu leben hätten. Stärker zu beachten seien regionale Besonderheiten. Der Hauptgeschäftsführer kritisierte zudem, dass die von Land zu Land unterschiedlich geregelten Tanzverbote auch andere öffentliche Veranstaltungen wie etwa Sportveranstaltungen beträfen. Hier müssten mehr „Spielräume“ geschaffen werden. Immer wieder kommen Debatten über das Tanzverbot auf. Einschränkungen gibt es nicht nur an Karfreitag, sondern auch am Volkstrauertag und Totensonntag. Die Kirchen pochen auf die Bedeutung des Karfreitag, an dem Christen an das Leiden und Sterben Jesu Christi erinnern. Die heutigen Regelungen sind Ländersache. Mehrere Bundesländer haben ihre Gesetze in den vergangenen Jahren gelockert. Im November 2016 erklärte das Bundesverfassungsgericht den strengen bayerischen Schutz des Karfreitag für verfassungswidrig. Geklagt hatte der „Bund für Geistesfreiheit“ (BfG), dem die Stadt seit 2007 das Feiern von „Heidenspaß“-Partys am Karfreitag untersagt hatte. Ein generelles Verbot sei unverhältnismäßig, so das Urteil; es müsse auch Möglichkeiten für Ausnahmen von der Pflicht zur Stille geben. Der Linken-Politiker Ralf Michalowsky aus Nordrhein-Westfalen, zugleich Bundessprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Laizismus der Partei, bezeichnete das Tanzverbot als „ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert“. Es müsse abgeschafft werden.