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    Senatorin stoppt Abtreibungsreform in Texas

    Austin (DT) Im US-Bundesstaat Texas sind die Republikaner – gewissermaßen auf der Ziellinie – bei dem Versuch gescheitert, eine Novelle der geltenden Abtreibungsgesetzgebung durch den Senat zu bringen. Der Gesetzentwurf, der bereits die Abgeordnetenkammer passiert hatte, sah unter anderem die Einführung eines generelles Abtreibungsverbots nach der 20. Schwangerschaftswoche vor. Der Grund: So gut wie alle Experten gehen davon aus, dass die Nervenbahnen des Embryos zu diesem Zeitpunkt so weit entwickelt sind, dass er zweifellos Schmerz empfinden kann. Ferner sah der Entwurf vor, Privilegien, welche die Abtreibungskliniken in vielen Bundesstaaten besitzen, abzuschaffen und ihre Betreiber zu verpflichten, in den Kliniken dieselben Standards einzuführen, die für alle anderen ambulanten OP–Zentren gelten. Schätzungen zufolge hätte das Gesetz die Schließung von 37 der 42 Abtreibungskliniken in Texas zur Folge gehabt. „Wenn das verabschiedet wird, wäre Abtreibung praktisch im Staate Texas verboten“, zitierte die Internetnachrichtenagentur „lifesitenews.com“ im Vorfeld der Abstimmung Cecile Richards, Präsidentin der „Planned Parenthood Federation of America“ (PPFA), einer der größten Organisationen der einflussreichen US-amerikanischen Abtreibungslobby. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch brachten die Demokraten, die im texanischen Senat in der Minderheit sind, das Gesetz mit einem Verfahrenstrick zu Fall. Den Regeln zufolge hätte die Abstimmung über den Gesetzentwurf der Republikaner, für den auch drei pro-life gesinnte Demokraten stimmen wollten, vor Mitternacht beginnen müssen. Mit einem sogenannten Filibuster, einer Dauerrede, zögerte die demokratische Senatorin Wendy Davis die Abstimmung über den Gesetzentwurf jedoch so lange heraus, bis es für eine ordnungsgemäße Abstimmung zu spät war. Mehr als elf Stunden dauerte laut „spiegel online“ das Schauspiel, für das sich Davis, die dabei weder Pausen noch vom Thema abweichen, noch sich setzen oder anlehnen durfte, extra Joggingschuhe mitgebracht hatte. Unterstützung gab es von US-Präsident Barack Obama via Twitter.

    Die demokratische Senatorin Wendy Davis zögerte die Abstimmung über den Gesetzentwurf so lange heraus, bis es für eine o... Foto: dpa

    Austin (DT) Im US-Bundesstaat Texas sind die Republikaner – gewissermaßen auf der Ziellinie – bei dem Versuch gescheitert, eine Novelle der geltenden Abtreibungsgesetzgebung durch den Senat zu bringen. Der Gesetzentwurf, der bereits die Abgeordnetenkammer passiert hatte, sah unter anderem die Einführung eines generelles Abtreibungsverbots nach der 20. Schwangerschaftswoche vor. Der Grund: So gut wie alle Experten gehen davon aus, dass die Nervenbahnen des Embryos zu diesem Zeitpunkt so weit entwickelt sind, dass er zweifellos Schmerz empfinden kann. Ferner sah der Entwurf vor, Privilegien, welche die Abtreibungskliniken in vielen Bundesstaaten besitzen, abzuschaffen und ihre Betreiber zu verpflichten, in den Kliniken dieselben Standards einzuführen, die für alle anderen ambulanten OP–Zentren gelten. Schätzungen zufolge hätte das Gesetz die Schließung von 37 der 42 Abtreibungskliniken in Texas zur Folge gehabt. „Wenn das verabschiedet wird, wäre Abtreibung praktisch im Staate Texas verboten“, zitierte die Internetnachrichtenagentur „lifesitenews.com“ im Vorfeld der Abstimmung Cecile Richards, Präsidentin der „Planned Parenthood Federation of America“ (PPFA), einer der größten Organisationen der einflussreichen US-amerikanischen Abtreibungslobby. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch brachten die Demokraten, die im texanischen Senat in der Minderheit sind, das Gesetz mit einem Verfahrenstrick zu Fall. Den Regeln zufolge hätte die Abstimmung über den Gesetzentwurf der Republikaner, für den auch drei pro-life gesinnte Demokraten stimmen wollten, vor Mitternacht beginnen müssen. Mit einem sogenannten Filibuster, einer Dauerrede, zögerte die demokratische Senatorin Wendy Davis die Abstimmung über den Gesetzentwurf jedoch so lange heraus, bis es für eine ordnungsgemäße Abstimmung zu spät war. Mehr als elf Stunden dauerte laut „spiegel online“ das Schauspiel, für das sich Davis, die dabei weder Pausen noch vom Thema abweichen, noch sich setzen oder anlehnen durfte, extra Joggingschuhe mitgebracht hatte. Unterstützung gab es von US-Präsident Barack Obama via Twitter.