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    Seehofer steht zu Betreuungsgeld

    Sao Paulo/Berlin (DT/KNA/dpa) Im koalitionsinternen Streit über das Betreuungsgeld hat CSU-Chef Horst Seehofer die Kritiker in den Reihen der CDU erneut aufgefordert, sich an Absprachen in der Koalition zu halten. „Wir verlangen von anderen die gleiche Koalitions- und Vertragstreue, wie wir sie einbringen“, sagte Seehofer am Rande seines Besuchs im brasilianischen Sao Paulo unter Verweis auf mehrere Beschlüsse der schwarz-gelben Koalitionsspitzen. Die CSU verhalte sich seit mehr als drei Jahren vertragstreu, und es sei höchste Zeit, dass sich auch die CDU an die Verträge halte. „Das ist für die Handlungsfähigkeit der Koalition ganz wichtig“, betonte der CSU-Chef.

    Sao Paulo/Berlin (DT/KNA/dpa) Im koalitionsinternen Streit über das Betreuungsgeld hat CSU-Chef Horst Seehofer die Kritiker in den Reihen der CDU erneut aufgefordert, sich an Absprachen in der Koalition zu halten. „Wir verlangen von anderen die gleiche Koalitions- und Vertragstreue, wie wir sie einbringen“, sagte Seehofer am Rande seines Besuchs im brasilianischen Sao Paulo unter Verweis auf mehrere Beschlüsse der schwarz-gelben Koalitionsspitzen. Die CSU verhalte sich seit mehr als drei Jahren vertragstreu, und es sei höchste Zeit, dass sich auch die CDU an die Verträge halte. „Das ist für die Handlungsfähigkeit der Koalition ganz wichtig“, betonte der CSU-Chef.

    Unterdessen hat der Sozialforscher Klaus Hurrelmann das geplante Betreuungsgeld als „familien- und bildungspolitischen Rückschritt“ bezeichnet. „In Deutschland ist die Kindererziehung ohnehin zu stark auf die Familie fixiert“, sagte Hurrelmann dem Berliner „Tagesspiegel“ (Dienstag). Alle Untersuchungen der letzten Jahre zeigten aber, dass etwa ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen in sozial angespannten Verhältnissen lebe, von gesundheitlichen Beeinträchtigungen bedroht sei und seine Bildungspotenziale nicht voll entfalten könne. Die Ursachen dafür lägen eindeutig im Elternhaus, so der Soziologe. Hätten die Eltern ein sehr geringes Einkommen, einen niedrigen oder gar keinen Schulabschluss oder seien im Arbeitsleben und in ihrer Nachbarschaft nicht integriert, strahle das negativ auf die Entwicklung ihrer Kinder aus, fügte Hurrelmann hinzu. „Für wirtschaftlich benachteiligte Eltern sind die zunächst 100 Euro und später 150 Euro pro Monat viel Geld. Sie werden alles tun, um an dieses Geld zu gelangen. Das bedeutet: Sie werden ihr Kind nicht in eine öffentliche Bildungseinrichtung geben, sondern lieber zu Hause betreuen“, sagte Hurrelmann. Kinder zu erziehen sollte nicht als reine Privatsache der Eltern, sondern als öffentliche Aufgabe verstanden werden.