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    Schlag nach bei Google

    Von Guido Horst

    Von Guido Horst

    Wer unter achtzehn ist, der blättere jetzt einfach mal weiter. Aber wir Ältere, schon ergraut und von des Lebens Härten durchmassiert, müssen uns ja irgendwie bei Laune halten. Denn es ist nichts los. Skandal-Bischof Williamson hat sich in England ein Loch gegraben und ist darin verschwunden. Der deutsche Episkopat sitzt da schon wesentlich komfortabler hinter den Brokatwänden einer Hamburger Nobel-Herberge und löst während eines Halbstudientags die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise. Auf dem „Linzer Weg“ ist auch nicht viel los und der Papst schweigt, fastet und meditiert während der Kurien-Exerzitien im Vatikan. Selbst die Generalaudienz ist abgesagt.

    Zeit also für Hintergrundstudien in entspannter Atmosphäre. Da empfiehlt es sich etwa – wie gesagt, die nötige Reife vorausgesetzt –, bei Google die Suchbegriffe „Droemer Knaur Erotik“ einzugeben (wurde nicht vor Wochen noch geklagt, der Kirche wäre eine Menge Ärger erspart geblieben, hätte man nur einem bischöflichen Problemfall hinterhergegoogelt?). Also, ran an den PC und nachgeschaut, womit Droemer Knaur sein Geld verdient. Denn hinter dem Verlag steht zum guten Teil der Weltbbild-Konzern, der bekanntlich deutschen Bischöfen gehört. Ach ja, Weltbild! Vor einem Jahr war das Unternehmen noch 154 Milliarden wert. Vor einem halben Jahr noch drei, dann nur noch 750 Millionen und schließlich so gut wie nix. Dumm gelaufen, wenn man bedenkt, dass die kirchlichen Eigentümer das Teil eigentlich gewinnbringend verkaufen wollten. Doch nun, da die wirtschaftliche Krise an dem Konzern nagt, hat Droemer Knaur – mit oder ohne kirchlichen Segen – die Softporno-Produktion wieder angeworfen. Schlag nach bei „Droemer Knaur Erotik“ – aber nur, wenn du auch volljährig bist! Alles andere wäre eine bodenlose Sauerei.