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    Scharfe Krititk an Zypries' Studie

    Einen „Konservativen“ wird man Gerhard Amendt schwerlich nennen können. Der Professor lehrt am Institut für Geschlechter- und Generationenforschung der Universität Bremen. Amendt zählt zu den Mitbegründer von „Pro familia“ und gilt als Abtreibungsbefürworter. Um so bezeichnender seine Wortmeldung zum Thema Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. In einem Offenen Brief hat sich Amendt an Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) gewandt und schwere Vorwürfe gegen Marina Rupp vom Institut für Familienforschung an der Universität Bamberg erhoben. Rupp hat im Auftrag des Justizministeriums die Studie „Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ erstellt, jene Studie also, mit der Zypries ihre Forderung nach einem vollen Adoptionsrecht für Homopaare wissenschaftlich zu untermauern sucht.

    Einen „Konservativen“ wird man Gerhard Amendt schwerlich nennen können. Der Professor lehrt am Institut für Geschlechter- und Generationenforschung der Universität Bremen. Amendt zählt zu den Mitbegründer von „Pro familia“ und gilt als Abtreibungsbefürworter. Um so bezeichnender seine Wortmeldung zum Thema Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. In einem Offenen Brief hat sich Amendt an Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) gewandt und schwere Vorwürfe gegen Marina Rupp vom Institut für Familienforschung an der Universität Bamberg erhoben. Rupp hat im Auftrag des Justizministeriums die Studie „Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ erstellt, jene Studie also, mit der Zypries ihre Forderung nach einem vollen Adoptionsrecht für Homopaare wissenschaftlich zu untermauern sucht.

    Amendt wirft Rupp „feministische Parteilichkeit“ vor. Der Hintergrund des Briefes von Amendt an Zypries ist die Absage einer TV-Sendung. Am 29. Juli wollte der NDR die vom Justizministerium in Auftrag gegebene Studie zur Homo-Adoption zur Diskussion stellen. „Allerdings“, schreibt Amendt in seinem Offenen Brief an die Justizministerin, „musste der NDR sein Programm ändern, weil Frau Dr. Rupp kurzfristig absagte: Sie diskutiere prinzipiell nicht mit Prof. Amendt.“ Gegen diese Haltung protestiert der Geschlechterforscher scharf: „Eine solche Weigerung ist inakzeptabel von einer Forscherin, die im Auftrag Ihres Ministeriums zur Sinnfälligkeit eines folgenreichen Gesetzes arbeitet. Denn eine Forscherin, die ihre Ergebnisse nicht diskutieren will, stellt nicht nur das Wesen von Wissenschaft infrage, sondern sie begründet den Verdacht, dass ihre Ergebnisse einer kritischen Überprüfung nicht standhalten. Gerade das könnte hier der Fall sein, da Frau Dr. Rupp sich so verhält, als sei sie ,feministischen Parteilichkeit‘ verpflichtet.

    Dieser ,parteilichen‘ Forschung kommt es zuallererst auf das Durchboxen politischer Ziele an – hier Adoptionsrechte für gleichgeschlechtliche Lebenspartner – und nicht mehr auf die Methoden und Ergebnisse der Wissenschaft“, kritisiert der Professor. Und weiter: Solche Parteilichkeit in der Forschung gehe zu Lasten von Kindern, die nach Zypries' Plänen in gleichgeschlechtliche Partnerschaften adoptiert werden sollten.

    Von Wolfgang Paulus