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    Santos siegt in Kolumbien

    Es ist ein Überraschungssieg: Nach ersten Ergebnissen bei den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien liegt Juan Manuel Santos mit über 46 Prozent deutlich in Führung. Sein Rivale Antanas Mockus, ehemaliger Bürgermeister von Bogotá und Kandidat der Grünen Partei Kolumbiens, kommt nur auf rund 21 Prozent. Nun läuft alles auf eine Stichwahl am 20. Juni hinaus. In kolumbianischen Zeitungen werden jetzt, nicht ohne Häme, die Meinungsforschungs- institute als große Verlierer der Wahl bezeichnet. Denn Umfragen im Vorfeld hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kontrahenten vorhergesagt.

    Es ist ein Überraschungssieg: Nach ersten Ergebnissen bei den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien liegt Juan Manuel Santos mit über 46 Prozent deutlich in Führung. Sein Rivale Antanas Mockus, ehemaliger Bürgermeister von Bogotá und Kandidat der Grünen Partei Kolumbiens, kommt nur auf rund 21 Prozent. Nun läuft alles auf eine Stichwahl am 20. Juni hinaus. In kolumbianischen Zeitungen werden jetzt, nicht ohne Häme, die Meinungsforschungs- institute als große Verlierer der Wahl bezeichnet. Denn Umfragen im Vorfeld hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kontrahenten vorhergesagt.

    Und nun dieses Ergebnis, mit dem so niemand gerechnet hat, wohl nicht einmal Santos selbst, der alle politischen Gruppierungen Kolumbiens zu einer „Allianz“ einlud. Es zeigt sich wieder einmal, dass Wahlentscheidungen viel mit dem berühmten „Bauchgefühl“ zu tun haben. Und das sprach offensichtlich stärker für den Konservativen Santos. Mockus ist ein Charismatiker, er ist in Kolumbien populär – und stellte seinen Wählern eine gesellschaftlich-politische Neugestaltung des Landes in Aussicht. Ein klares Konzept, etwa ein fundiertes Sozialprogramm, blieb er allerdings schuldig.

    Santos verkörpert in den Augen der Kolumbianer vor allem Kontinuität und Stabilität. Danach sehnt sich die Bevölkerung nach Jahrzehnten interner Konflikte. Es wird nun darauf ankommen, dass Santos einerseits auf Kontinuität setzt, sich aber doch von seinem Vorgänger Uribe abhebt. Es gilt zum Beispiel, die sich häufenden Menschenrechtsverletzungen durch Militärs aufzuarbeiten und einzudämmen. Santos verspricht an Stelle von Uribes bisheriger Politik der „demokratischen Sicherheit“ eine Politik der „demokratischen Legitimation“. Es muss sich zeigen, ob und wie er diese Ankündigung mit Inhalt füllt.