• aktualisiert:

    Religiöse Gewalt in Ägypten

    Göttingen (DT/KNA) Radikale Muslime bedrohen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen in Ägypten zunehmend christliche Kopten und muslimische Splittergruppen wie die Sufis. Extremistische Salafiten gingen radikal gegen Andersgläubige vor, teilte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag in Göttingen mit. In Oberägypten starben nach Angaben der GfbV bereits zwei Kopten bei Übergriffen von Salafiten. Einem koptischen Christen sei von Salafiten ein Ohr abgeschnitten worden, um ihn gemäß der Scharia zu bestrafen. In der Hafenstadt Alexandria seien im März 16 Moscheen, Heiligenschreine und Gräber des Sufi-Ordens angegriffen worden.

    Göttingen (DT/KNA) Radikale Muslime bedrohen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen in Ägypten zunehmend christliche Kopten und muslimische Splittergruppen wie die Sufis. Extremistische Salafiten gingen radikal gegen Andersgläubige vor, teilte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag in Göttingen mit. In Oberägypten starben nach Angaben der GfbV bereits zwei Kopten bei Übergriffen von Salafiten. Einem koptischen Christen sei von Salafiten ein Ohr abgeschnitten worden, um ihn gemäß der Scharia zu bestrafen. In der Hafenstadt Alexandria seien im März 16 Moscheen, Heiligenschreine und Gräber des Sufi-Ordens angegriffen worden.

    „Der Terror der Salafiten ist nicht neu, wurde aber lange unterschätzt“, sagte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. „Er richtet sich nicht nur gegen Andersgläubige, sondern auch gegen die Demokratiebewegung.“ Die Salafiten zählten zu den Gewinnern der ägyptischen Revolution, so der Experte weiter. Nach einer strengen Überwachung zu Mubarak-Zeiten könnten sie nun im Fernsehen und Radio frei für sich werben. Der Salafismus ist eine fundamentalistisch-radikale Strömung des Islam. Der Sufismus hat dagegen eine mystische Ausrichtung; seine Anhänger werden vom sunnitischen Islam als Häretiker abgelehnt.

    Seit Anfang Januar 2011 wurden Dutzende Kopten in Ägypten getötet. Mehrere Kirchen wurden niedergebrannt. In der Neujahrsnacht kamen bei einem Anschlag 24 Christen in Alexandria ums Leben. Nur knapp einen Monat später wurden am 30. Januar in der Provinz Minya zwei Familien mit insgesamt elf Angehörigen ermordet. Auf der Sinaihalbinsel wurden zwei koptische Kirchen niedergebrannt. Am Wochenende des 19./20. Februar wurde Pater Boutros in seiner Wohnung nahe der Stadt Asyut erstochen. Zur gleichen Zeit erschossen Sicherheitskräfte einen Pater im Kloster St. Bischoi. Am 25. Februar wurde ein Kopte nahe der Stadt Sohag erstochen.