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    Putsch-Gerüchte

    Am Ende ging es nur noch um eines: Den Mythos 50 Prozent. Dabei verkennt die Fixierung auf die Zahl 50, dass man auch mit einem Ergebnis unter 50 Prozent noch eine absolute Mehrheit haben kann. Doch selbst die ist der CSU bei den Landtagswahl in Bayern am Sonntag nicht mehr sicher. Erstmals seit mehr als 45 Jahren droht der Verlust der Alleinherrschaft. In vier der fünf jüngsten Umfragen liegt die CSU zwischen 47 und 49 Prozent.

    Am Ende ging es nur noch um eines: Den Mythos 50 Prozent. Dabei verkennt die Fixierung auf die Zahl 50, dass man auch mit einem Ergebnis unter 50 Prozent noch eine absolute Mehrheit haben kann. Doch selbst die ist der CSU bei den Landtagswahl in Bayern am Sonntag nicht mehr sicher. Erstmals seit mehr als 45 Jahren droht der Verlust der Alleinherrschaft. In vier der fünf jüngsten Umfragen liegt die CSU zwischen 47 und 49 Prozent.

    Eine noch nie dagewesene Mobilmachung hatte CSU-Chef Huber für die letzten Tage des Wahlkampfes angekündigt. Viel hat man davon nicht gespürt. Stattdessen machten Putsch-Gerüchte die Runde. Bei einer Wahlschlappe solle Horst Seehofer CSU-Chef Huber ablösen. Auf Beckstein könne nach einer Phase des Übergangs Markus Söder folgen. Wie auch immer man solches Gezüngel bewertet, es ist Gift in den letzten, entscheidenden Tagen vor der Wahl. Personal-Spekulationen über die Zeit nach Beckstein und Huber: Gelungene Mobilmachung sieht anders aus. All dies zeigt: Die CSU ist nach dem Ende der Ära Stoiber längst nicht mit sich im Reinen. Statt gemeinsam um ein gutes Ergebnis zu kämpfen, betreiben Karrieristen ihre Planspiele, lauern die Heckenschützen. Das ist bitter.

    Im Vergleich mit anderen Bundesländern steht Bayern in vielen Bereichen geradezu blendend da. Da muss man es schon fast tragisch nennen, wenn sich eine erfolgreiche Regierungspartei so schwer tut, mit nachweisbar positiven Bilanzen im Wahlkampf durchzudringen. So kurios es klingt: Die Zwei-Drittel-Mehrheit der letzten Wahl, die Stoibers Ehrgeiz befeuerte bis er schließlich stürzte, hat der CSU mehr geschadet als genützt. Ein empfindlicher Absturz am Sonntag wäre freilich ein Schaden nicht nur für die CSU, sondern für den Freistaat und weit darüber hinaus. Re