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    Profil schafft Posten

    Wer um das Fell des Bären streitet, bevor der erlegt ist, macht einen Fehler. Die alte Wahrheit scheinen derzeit einige vergessen zu haben. So hat der CSU-Spitzenkandidat bei den Bundestagswahlen, Peter Ramsauer, den Anspruch von FDP-Chef Westerwelle auf das Außenministerium in einer möglichen schwarz-gelben Koalition in Frage gestellt. Außenpolitik sei immer eine Domäne der CSU gewesen, sagte der Berliner Landesgruppenchef dem „Hamburger Abendblatt“ (Mittwoch). „Und es ist keineswegs in Stein gemeißelt, dass die FDP das Außenministerium bis zum Jüngsten Tag für sich beanspruchen kann.“

    Wer um das Fell des Bären streitet, bevor der erlegt ist, macht einen Fehler. Die alte Wahrheit scheinen derzeit einige vergessen zu haben. So hat der CSU-Spitzenkandidat bei den Bundestagswahlen, Peter Ramsauer, den Anspruch von FDP-Chef Westerwelle auf das Außenministerium in einer möglichen schwarz-gelben Koalition in Frage gestellt. Außenpolitik sei immer eine Domäne der CSU gewesen, sagte der Berliner Landesgruppenchef dem „Hamburger Abendblatt“ (Mittwoch). „Und es ist keineswegs in Stein gemeißelt, dass die FDP das Außenministerium bis zum Jüngsten Tag für sich beanspruchen kann.“

    Schwer zu sagen, wen Ramsauer am Jüngsten Tag wohl für den geeigneten Außenminister hält. Sicher ist indessen, solche Einlassungen bringen nichts, sind aber gefährlich. Wer jetzt über Ämterverteilung schwadroniert, erweckt den Eindruck, ein Wahlsieg sei nur noch Formsache. Damit begeht man mindestens drei Fehler gleichzeitig. Erstens: Man verkennt – aus welchem Grund auch immer –, wie knapp es für ein Bündnis von Union und FDP tatsächlich werden wird. Zweitens: Selbstzufriedene Postenspekulationen schwächen die Mobilisierung der eigenen Wählerklientel. Und Drittens: Man bestätigt all jene, die behaupten, Politikern gehe es ohnehin nur um ihre Posten, nicht um Inhalte.

    Dass Peter Ramsauer im Interview damit rechnet, Westerwelle würde eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen bilden, falls es für Schwarz-Gelb im September nicht reicht, zeigt das Problem der Union. Dagegen hilft nur eines: Das eigene Profil schärfen, das in der Großen Koalition so schwer gelitten hat. Nur Profil schafft Posten. Populismus und Gepolter sind auf Dauer zu wenig. Das wird man auch in Bayern noch merken. Re