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    Pressestimmen vom 01.08.2018

    Im Schatten des Kreuzes das leere Grab

    Wir müssen für McCarrick beten, auf dass die Mutlosigkeit, die den Prozess, sich lange verleugneten Sünden zu stellen, begleitet, Tag für Tag, Stunde um Stunde immer mehr durch das Vertrauen auf Christi Barmherzigkeit ersetzt werden möge. In erster Linie müssen wir jedoch für die Opfer beten, deren Leben so sehr verwundet wurde, auf dass sie eine Wiedergutmachung erhalten für die Verbrechen, die an ihnen verübt wurden, und auch Hoffnung finden im auferstandenen Herrn und in seiner Kirche. Die Kirche, unsere Kirche, wurde auf einem Fels gegründet – einem Fels, der in der Stunde, als es darauf ankam, leugnete, Jesus auch nur zu kennen. Im Schatten des Kreuzes, und nur dort, wird der katholische Glaube neu geboren, denn im Schatten des Kreuzes und all des menschlichen Leidens und der Bosheit, das es trägt, liegt ein Grab, und das Grab ist leer.

    Als Opfer von Gewalt, sozialem Niedergang und einer korrupten Politik sehen viele Familien sich gezwungen, Teil des gegenwärtigen Phänomens der menschlichen Migration zu werden, um nach einem zwar noch nicht würdevollen, aber wenigstens erträglichen Leben zu suchen. Dann wurden sie erneut zu Opfern durch die Willkür und Insensibilität einer Regierung, die mit ihrer „Null-Toleranz-Politik“ Minderjährige von ihren Eltern getrennt hat. Die Sache löste Empörung aus in der internationalen Gemeinschaft, was Trump dazu brachte, eine Anweisung zur Wiederzusammenführung der Familien zu unterzeichnen, was jedoch bisher nicht abgeschlossen ist. Durch die Heimsendung von etwa 400 Erwachsenen ohne ihre Kinder wurde eine neue Grausamkeit begangen, die diese Familien zum dritten Mal zu Opfern machte. Die nordamerikanische Regierung ist wie viele Länder der sogenannten Ersten Welt weiterhin bemüht, die Ausbeutung von Rohstoffen und die Nutzung geostrategischer Zonen anderer Länder – in Afrika, Lateinamerika und anderen Regionen – fortzusetzen, was Elend hervorruft und Menschen zur Abwanderung zwingt, und sich gleichzeitig über dieses Phänomen bitter zu beklagen. Natürlich muss jeder zunächst vor seiner eigenen Tür kehren: Mexiko muss zu einem Land werden, das sich um seine Migranten kümmert, und politische Maßnahmen zu ihren Gunsten ergreifen.

    Die nationale Identität zu verherrlichen und sie zu missbrauchen, um eine Zusammenarbeit auf breiterer Ebene zu reduzieren, ist nicht nur eine Rechnung, die nicht aufgeht, sondern es ist auch erbärmlich, entwürdigend und moralisch verwerflich. Nicht weil wir keine nationale Identität hätten: Wir haben sie.

    Sondern weil jeder von uns ein Kreuzungspunkt zahlreicher und vielschichtiger Identitäten ist. Die Nation an erste Stelle zu setzen bedeutet, alle anderen zu verraten. Nicht weil wir alle in der Welt gleich sind, sondern weil wir innerhalb einer jeden Nation verschieden sind. Nicht weil wir kein Zuhause brauchen, sondern weil wir ein besseres und würdigeres Zuhause haben als das groteske Theater der Nation: unsere Familie, unsere Weggefährten, die Gemeinschaften, deren Werte wir teilen und die in aller Welt verbreitet sind.

    Wer auch immer wir sind, wir sind nicht allein, sondern wir sind viele. Und wir haben einen wunderbaren Ort, den wir unser „Zuhause“ nennen: die Erde.

    Und eine wunderbare, vielfältige Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern, bei denen wir uns zuhause fühlen und mit denen wir uns identifizieren können: die Menschheit.

    Nach der Lehre von Humanae vitae zu leben ist wie so vieles in unserer katholischen Lehre sowohl schwer als auch leicht. Schwer, weil es Selbstdisziplin verlangt, während unsere Kultur sagt: „Tu was du magst.“ Schwer, weil es an unsere höhere Natur appelliert, gegen den Instinkt unserer niederen Leidenschaften. Schwer, weil es die konstante Anstrengung erfordert, immer wieder aufzustehen, wenn wir gefallen sind und uns Gott mit reumütigem Herzen immer wieder zuzuwenden. Paul VI. wusste mit dem Herzen eines liebenden Hirten, dass diese Lehre schwer sein würde. Das Joch Christi ist jedoch leicht. Er bittet uns nie um etwas, ohne uns die Mittel dafür zu geben (...).

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