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    Pressestimmen: Die Stimme der Straße hören

    Die katholische Zeitung „La Croix“ (Paris) mahnt angesichts der Unruhen in Brasilien:

    Die katholische Zeitung „La Croix“ (Paris) mahnt angesichts der Unruhen in Brasilien:

    Ebenso wie in den letzten Wochen in der Türkei oder regelmäßig in China und Indien empört sich die brasilianische Mittelschicht über Urbanisierungspläne und soziale Veränderungen, die von oben herab ohne genügende Absprache verordnet werden. Es besteht der Verdacht, dass eine kleine Minderheit aus der politischen Intransparenz profitiert. Im Hinblick auf den Weltjugendtag in Rio de Janeiro appellieren mehrere Bischöfe an die Regierungen, die „Stimmen der Straße“ anzuhören. Es geht nicht nur um eine soziale und wirtschaftliche Herausforderung, sondern auch darum, auch außerhalb des Wahlkampfes neue demokratische Praktiken zu erfahren.

    Angst der syrischen Christen vor Umsturz

    „The Catholic Herald“ (London) warnt die britische Regierung vor Waffenlieferungen an die Rebellen in Syrien:

    Meine Freunde in Aleppo beten für den Sieg von Assad. Wer sollte ihnen daraus einen Vorwurf machen? Die Christen in Syrien haben keine andere Wahl. Unter dem Regime der Baath-Partei waren sie (ebenso wie im Irak) eine tolerierte, ja sogar privilegierte Minderheit. Wenn das Regime gestürzt wird, droht ihnen dasselbe Schicksal wie den irakischen Christen. Sie können nicht verstehen, ja sind geradezu entsetzt darüber, dass die britische Regierung darüber nachdenkt, ihre Feinde zu bewaffnen. Sie beten, dass das nicht geschehen möge.

    Kriege im Namen der Demokratie?

    Die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ schreibt zur Eröffnung eines Verbindungsbüros der Taliban in Katar:

    Wir müssen auf einen guten Ausgang der Verhandlungen hoffen. Die Amerikaner sollten sich jedoch fragen, ob diese Geschichte nicht ähnlich ist wie in Vietnam und im Irak, ganz zu schweigen von dem sinnlosen militärischen Eingriff in Libyen, bei dem jedoch die Vereinigten Staaten nicht die Hauptrolle gespielt haben. Diese Kriege werden im Namen der Demokratie geführt und erreichen das Gegenteil von dem, was die Supermacht sich zum Ziel gesetzt hatte: Am Ende haben Amerika und der Westen mehr Feinde als zu Beginn der Militäroperationen.

    Schwarzes moralisches Loch

    In den USA kommentiert „Our Sunday Visitor“ den Verkauf der „Pille danach“ ohne Rezept und Altersbegrenzung:

    Wir geraten immer tiefer in ein moralisches schwarzes Loch hinein. Unsere kulturellen Werte und Prioritäten verfallen immer mehr, und für Katholiken wächst die Bedrohung: Wie können wir uns, unsere Familien, unsere Kinder vor diesem Verfall schützen? Die Zeiten, in denen Mitarbeiter in katholischen Apotheken sich weigerten, Verhütungsmittel zu verkaufen, weil dies als Zusammenarbeit mit dem Bösen betrachtet wurde, sind längst vorbei. Heute werden zahlreiche Dinge, die das katholische Gewissen belasten, schöngefärbt – als inklusiv, einfühlsam oder politisch korrekt. Manchmal ist es eine Frage nichtvorhandener Katechese. Manchmal ist es das Ergebnis der guten alten Trägheit.