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    Pressestimmen: Der Staat schaut bei Verbrechen nur zu

    In Kairo kommentiert die koptische Sonntagszeitung „Watani“ verbittert die zunehmende Gewalt gegen Christen im Land:

    In Kairo kommentiert die koptische Sonntagszeitung „Watani“ verbittert die zunehmende Gewalt gegen Christen im Land:

    Ein elender Staat schaut nur zu und ist unfähig, seine Bürger zu schützen. Es ist katastrophal, wenn ein erbärmlicher Sicherheitsapparat nicht mehr tun kann, als von Angreifern und Opfern Abstand zu nehmen, während das Verbrechen geschieht. Wenn kein Schuldiger festgenommen und vor Gericht gestellt wird, dann kann die herrschende Autorität sich sicher sein, dass die Schleusen der öffentlichen Wut brechen werden und ihr Untergang nahe ist.

    Schweres Geschütz mit großen Leistungen

    Die katholische Wochenzeitung „The Tablet“ (London) schreibt in einem Nachruf auf Margaret Thatcher:

    Sie hat dazu beigetragen, den Kalten Krieg zu beenden, indem sie Ronald Reagan von seiner Rhetorik vom „Reich des Bösen“ abbrachte und seit 1984 eine persönliche Beziehung zu Michail Gorbatschow aufbaute. Ihre Leistungen werden nur von den Kriegspremiers David Lloyd George und Winston Churchill in den Schatten gestellt. Dennoch machte sie das Vereinigte Königreich nie zu der Vollblut-Marktwirtschaft, an die sie glaubte. Über ihre berüchtigte Handtasche und ihren Kabinettzimmer-Stil sagte sie nach ihrer Pensionierung: „Es hat keinen Sinn, als schwaches und schlappes Ding auf dem Regierungssessel zu sitzen, oder?“ Das war sie mit Sicherheit nie. Margaret Thatcher war ein schweres Geschütz unter den Politikern.

    Franziskus setzt klare Prioritäten

    „America Magazine“, die Wochenzeitung der US-Jesuiten, fordert die Katholiken zum Einsatz für die Armen auf:

    Die Überwindung der Armut erfordert größere persönliche und öffentliche Verantwortung, Subsidiarität und Solidarität, die Macht der Familie und der Gemeinschaft, das Erkennen der Grenzen von Markt und Regierung. Die katholische Gemeinschaft sollte dazu beitragen, die Stagnation zu beenden. Wir lehren den Wert von Arbeit, Familie und Bildung. Eine „Kirche für die Armen“ verteidigt jene, die von einer kaputten Wirtschaft und falschen politischen Entscheidungen abgehängt werden. Schon bei seiner ersten Messe setzte Papst Franziskus klare Prioritäten und nannte uns die „Verteidiger der Ärmsten, der Schwächsten, der Geringsten“. Dies mögen nicht die Prioritäten Washingtons sein, aber sie sind der moralische Test für unsere Nation.

    Kein roter Teppich für Putschisten

    „Semaine Africaine“, die Zeitung der kongolesischen Bischöfe, verurteilt den Putsch in der Zentralafrikanischen Republik:

    Der Putsch der Séléka-Milizen in Zentralafrika führt uns vor Augen, dass die Demokratie kein einfacher Weg ist. Die Nichtbeachtung ihrer Prinzipien führt zu Rückschlägen. Als General Djotodia gewaltsam die Macht ergriff, hat er sicher gedacht, ein Präsident zu werden, zu dessen Ehre die Staaten der Welt den roten Teppich ausrollen. Irrtum! Die demokratische Legitimität der Staatsmacht ist auf internationaler Ebene wichtiger denn je. Seine Machtergreifung wurde weltweit einstimmig verurteilt.