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    Presse: Václav Havel wie Johannes Paul II.

    In der Hauptstadt der Vereinigten Staaten schreibt die Tageszeitung „Washington Post“ einen Nachruf auf Václav Havel:

    In der Hauptstadt der Vereinigten Staaten schreibt die Tageszeitung „Washington Post“ einen Nachruf auf Václav Havel:

    „In Wahrheit leben“ war für Havel eine moralische Verpflichtung. Es verlangt Opfer und Verantwortungsbewusstsein für andere, den Glauben an Liebe, Freundschaft und Barmherzigkeit. Wie Johannes Paul II. und Alexander Solschenizyn glaubte auch Havel, dass politische Erneuerung bei persönlicher, moralischer Erneuerung beginnt. In einem Brief aus dem Gefängnis schreibt er: „Wer soll den Teufelskreis brechen? Es kann nur bei mir selbst beginnen... Ob alles verloren ist oder nicht hängt allein davon ab, ob ich verloren bin oder nicht.“

    Tod von Kim Jong Il ist Requiem für Opfer

    In Seoul kommentiert „Daily NK“, die Zeitung der nordkoreanischen Systemkritiker, den Tod des nordkoreanischen Diktators:

    Kim Jong Il hat das Leiden von 24 Millionen Nordkoreanern zu verantworten, von unzähligen zerrissenen Familien und Verschleppten, Dissidenten und Entführungsopfern. Als der Sozialismus in Osteuropa zusammenbrach, dachte Kim nicht daran, den Weg der Freiheit und Reform einzuschlagen und trieb Millionen von Bürgern in den Hungertod. Kim machte Südkoreas Verständigungspolitik ebenso zunichte wie eine Annäherung an China, indem er Atomwaffen entwickelte und durch militärische Provokationen die Aussicht auf eine friedliche Koexistenz für das koreanische Volk zunichte machte – einzig mit dem selbstsüchtigen Ziel der Machterhaltung. Möge Kim Jong Ils Tod das Ende einer Diktatur bedeuten, die unter Kim Il-sung begonnen hat. Möge sein Tod ein Requiem sein für alle Opfer seiner Diktatur.

    Italien auf schiefer Ebene

    Die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ fordert ein Umdenken in Italien in Bezug auf den Fiskus:

    Ein Land, in dem Gastwirte und Juweliere durchschnittlich 38 bis 44 Euro pro Tag versteuern; wo es als heroischer Akt gilt, von Handwerkern eine Rechnung zu verlangen; wo ein Drittel der Familien sich Vergünstigungen erschleicht; wo nur 9 870 Personen mehr als 200 000 Euro im Jahr versteuern – ein solches Land hat keine Zukunft. Wir brauchen ein Land, in dem alle ihre Steuern zahlen und die Politiker Vorbild sind oder wenigstens Skandale vermeiden. Wir können dahin gelangen, wenn wir einander respektieren und ermutigen, statt in Selbstmitleid zu verfallen. Wir befinden uns auf einer schiefen Ebene: Es geht entweder aufwärts oder abwärts.

    Organspenden fördern, aber mit Umsicht

    Das US-amerikanische „Time Magazine“ schreibt anlässlich der Aufhebung des Verbots zum Verkauf von Knochenmark in Teilen der Vereinigten Staaten:

    Es sollte keine finanziellen Anreize zum Verzicht auf Organe geben. Einige könnten sich gezwungen sehen, ihre Organe zu verkaufen, um die Familie zu ernähren. Es könnte sogar ein Markt für gestohlene Organe entstehen. Der Berufungsgerichtshof hat daher richtig entschieden: Anreize zur Spendung von Organen an Menschen, die ohne sie sterben würden, dienen der Barmherzigkeit. Man muss jedoch vorsichtig sein bei der Aufhebung von Beschränkungen.