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    Presse: Nie Glauben an den Menschen verlieren

    „La Croix“ (Paris) begrüßt die Aufnahme der ehemaligen Dutroux-Komplizin in einem belgischen Klarissenkloster:

    „La Croix“ (Paris) begrüßt die Aufnahme der ehemaligen Dutroux-Komplizin in einem belgischen Klarissenkloster:

    Die Klarissen haben eine mutige Entscheidung getroffen. Ihr Engagement, bei dem es nicht nur darum geht, eine Person zu beherbergen, die nach ihrer Haftentlassung niemand haben will, sondern auch, ihr zu helfen, ihr Leben neu aufzubauen, ist begrüßenswert. Unter den gegebenen Umständen ist nicht sicher, ob es gelingen wird. Aber indem sie Michelle Martin in ihr Kloster aufnehmen, gestehen sie dieser Frau das Recht zu, die Hoffnung nicht zu verlieren, und setzen darauf, dass in ihr etwas Gutes vorhanden ist. Für die Kirche zählt der Glaube an den Menschen. Durch ihre Geste sagen die Klarissen uns, dass Christen nie jemanden aufgeben dürfen. Hoffentlich ist dies eine positive Botschaft für Martin.

    Kirche nicht in Politik hineinziehen

    Der „National Catholic Reporter“ kritisiert das geplante Gebet von Kardinal Dolan auf dem Parteitag der Republikaner in den USA:

    Indem Dolan die Einladung zum Parteitag der Republikaner angenommen hat, wo die Religion zum Schlachtross erhoben wurde, zieht er die Kirche und ihre Wechselwähler in das Schlachtgetümmel hinein und lässt es gleichzeitig zu, dass die Religion als Mittel zur Spaltung benutzt wird. Sein Protest, dass sein Auftritt unparteiisch sei und er nur als Priester beten wird, wurde bereits vom Jubel der Parteigenossen hinweggeschwemmt.

    Namen statt Kriegsstatistiken

    Zur Lage in Syrien schreibt die katholische Tageszeitung „Avvenire“ (Mailand):

    Die Geschichte darf heute nicht in Farbe wiederholen, was wir gestern in Schwarzweiß gesehen haben: die Säuberungsaktionen der Nazis, die nach Widerständigen und ihren Unterstützern suchen, sie an die Wand stellen und erschießen. Wir wollen nicht mehr aus preisgekrönten Fotos einer Mutter, die den zerfetzten Leib ihres Sohnes im Arm hält, die Ikone einer Mater Dolorosa machen. Wir wollen ihre Namen und ihre Geschichte kennen und sie nicht zur Kriegsstatistik reduzieren, die uns langweilt, sodass wir umblättern und sie mit dem Schmerz ihrer blutigen Trauer alleinlassen – und mit der an uns gerichteten Frage: Wo wart ihr, als sie uns getötet haben?

    Keine Amazonen, sondern starke Frauen

    „The Catholic Herald“ (London) kritisiert die starke Präsenz von Frauen in Kampfsportarten bei der Olympiade:

    Die Gottesmutter war stark, standhaft und mutig – aber auch zutiefst weiblich, keine heidnische Kriegsgöttin. Wenn wir Amazonen wollen, dann unterstützen wir ein Neuheidentum. Die jüdisch-christliche Kultur hat uns ein zivilisierteres Verständnis vom Genius der Frau geschenkt, und die Ausübung eindeutig männlicher Sportarten gehört nicht dazu. Vielleicht herrscht in Ländern mit lebendiger katholischer Kultur, wo Frauen sich mit starken Rollenvorbildern wie Edith Stein oder Gianna Molla identifizieren können, weniger Verlangen, die Männer zu imitieren? Ich muss wohl von nun an mit dem Helm auf die Straße, weil ich das gesagt habe.