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    Presse: Merkwürdiges Machtverständnis

    Die libanesische Tageszeitung „L'Orient Le Jour“ äußert Unverständnis gegenüber dem Vorgehen von Assad:

    Die libanesische Tageszeitung „L'Orient Le Jour“ äußert Unverständnis gegenüber dem Vorgehen von Assad:

    Anders als sein libanesischer Amtskollege hat der syrische Präsident am 1. August keine Ansprache gehalten. Das ist verständlich – sicher ist ihm nicht nach Feiern zumute. Aber die Worte, die er an die Soldaten gerichtet hat, gaben Aufschluss über ein merkwürdiges Machtverständnis. Er massakriert sein revoltierendes Volk mit einer Unnachgiebigkeit und einem Aufwand an militärischen Mitteln, wie sie nur selten gegen den israelischen Feind eingesetzt wurden, und behauptet gleichzeitig, eine Identität und eine Zivilisation zu verteidigen: die der unglücklichen syrischen Nation, die in Wirklichkeit gar nicht darum gebeten hat.

    Recht auf freie Meinungsäußerung?

    Die katholische Wochenzeitung „The Wanderer“ (USA) kommentiert den Hype um Äußerungen des Besitzers der Fastfoodkette Chick-fil-A zur Homo-„Ehe“:

    Cathy brachte nur zum Ausdruck, woran er glaubt, ohne irgendeine Anti-Haltung. Und wurde zur Zielscheibe radikaler Säkularisten. Cathy legte nur die Auffassung dar, die er, seine Familie und Chick-fil-A vertreten. Bis zuletzt waren wir noch ein freies Land, in dem es ein Recht auf freie Meinungsäußerung gibt. Die Verfassung der Vereinigten Staaten schützt klar Cathys Recht, für seinen Glauben einzutreten und offen darüber zu sprechen, wann auch immer er es möchte. Radikale Homosexuelle nehmen dieses Recht für sich in Anspruch – warum sollen wir es dann nicht tun?

    Krisenlösung ist kein Galadiner

    In Mailand schreibt die Tageszeitung „Corriere della Sera“ zur Euro-Krise:

    Um aus der Krise herauszukommen, müssen wir einen Weg finden, zwei Erfordernisse miteinander in Einklang zu bringen: Garantien für die Deutschen über die Verwendung ihrer Gelder und Garantien für die anderen, dass der unvermeidliche Verlust der Souveränität, der sich abzeichnet, nicht – wie im Falle negativer Finanzierungen – von den Stärkeren benutzt wird, um die Schwächeren zum eigenen Vorteil noch mehr zu schwächen. Mit anderen Worten, es muss ein doppeltes, sich überkreuzendes System von Garantien geschaffen werden. Nicht nur Revolutionen, sondern auch unblutige Einigungen sind keine Galadiners.

    Individualismus stärkt Waffenlobby

    Die jesuitische Zeitung „America Magazine“ mahnt nach dem Massaker in Aurora:

    Extremer Individualismus beruht auf der Tendenz, die persönliche Freiheit auf Kosten der Gesellschaft zu erweitern. Diese Einstellung verzerrt auch andere politische Debatten, wie die zur Besteuerung und zur Gesundheitsfürsorge. Solange die Haltung der Gesellschaft, die unbegrenzte Ausübung individueller Rechte dem Gemeinwohl vorzuziehen, nicht gemildert wird, wird unsere Nation eine Geisel der Waffenlobby bleiben, und unsere Politiker werden sich darauf beschränken müssen, den Opfern ihr Beileid auszusprechen, statt Lösungen gegen Waffengewalt anzubieten. Ist das die Gesellschaft, die wir wollen?