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    Presse: Historizität ist nicht gleich Größe

    Zum Beginn der zweiten Amtsperiode von Präsident Obama schreibt die Tageszeitung „The Washington Post“:

    Zum Beginn der zweiten Amtsperiode von Präsident Obama schreibt die Tageszeitung „The Washington Post“:

    Die „Sache mit dem Vermächtnis“ könnte schwieriger werden als Barack Obama es sich vorstellt. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit hat Obama eine klar ausgerichtete, wenngleich unausgesprochene Agenda: in den Augen der Historiker und Amerikaner als großer Präsident zu gelten. Damit wird er fast sicher scheitern. Er ist bereits ein historischer Präsident als erster Afroamerikaner, der in dieses Amt gewählt wurde, aber zwischen Historizität und Größe liegen Welten.

    Europa zu zurückhaltend in Mali

    Die katholische Tageszeitung „La Croix“ (Paris) kommentiert den Kampf gegen die Islamisten in Mali:

    Der Präsident sagt, dass Frankreich solange in Mali bleiben wird „wie es notwendig ist, um den Terrorismus in diesem Teil Afrikas zu besiegen“. Frankreich riskiert viel durch diese martialische Haltung. Die Terroristen, von den Algeriern in die Zange genommen, müssen sich im Kampf gegen die Truppen im Süden des Landes und die französischen Soldaten (zusammen mit dem malischen Heer und weiteren afrikanischen Streitkräften) völlig verausgaben und ziehen sich nach Norden zurück – sind sie ausreichend geschwächt und unorganisiert? Der Kampf gegen den Terrorismus – vom Irak bis nach Afghanistan – hat seine Grenzen gezeigt. Es ist bedauerlich, dass die europäischen Staaten so zurückhaltend sind angesichts eines Feindes, der alle bedroht.

    Kirchenkritik wie Haifischfütterung

    In Sydney mahnt „Catholic Weekly“ anlässlich der Errichtung einer Regierungskommission zur Untersuchung von Missbrauch:

    Die Königliche Kommission wird sich nicht nur mit Vorfällen in der katholischen Kirche befassen, sondern untersuchen, „wie Institutionen, die Verantwortung für Kinder tragen, mit Vorwürfen und Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern und den damit verbundenen Problemen umgegangen sind“. Jede private oder öffentliche Einrichtung und Nichtregierungsorganisation, die mit Kindern zu tun hat oder hatte, wie Behörden, Schulen, Sportvereine, Kinderheime, Pflegeeltern und religiöse Einrichtungen“ kann untersucht werden. Es ist zu hoffen, dass dieser breit angelegte Horizont der Untersuchung nicht unter den Tisch fällt in weniger gemäßigten Bereichen der Medien, die entschlossen scheinen, die Kirche mit einem Eifer und einer Rohheit anzugreifen, die einer Haifischfütterung gleicht.

    Selbsterfüllende Prophezeiung

    Die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ sieht das Grundproblem Italiens im Wahlkampf nicht berücksichtigt:

    Viele komplexe Elemente nähren das Misstrauen in die Zukunft, schwächen die Wirtschaft und machen das Misstrauen schließlich zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Das wichtigste Element ist ein weit verbreitetes Negativurteil über die Vertrauenswürdigkeit der Regierungen, einschließlich der Verwaltungsstrukturen. Wenn dies das Problem Italiens ist, müsste man sich im Wahlkampf damit beschäftigen. Das aber wird mit Sicherheit nicht geschehen.