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    Presse: Einander die Hand reichen

    „La Croix“ kommentiert die historische Begegnung zwischen Papst Franziskus und dem Moskauer Patriarchen Kyrill I.:

    „La Croix“ kommentiert die historische Begegnung zwischen Papst Franziskus und dem Moskauer Patriarchen Kyrill I.:

    In einer Zeit, in der religiöse Faktoren wieder Kriege nähren, zeigen der Papst und der Patriarch, dass die christlichen Konfessionen einander die Hand reichen können, trotz ihrer Differenzen und Unterschiede. In einer Welt, in der Hass aus einer langen Geschichte Nahrung zieht, zeigen sie, dass die Veränderungen möglich sind, trotz der Wunden der Vergangenheit.

    Der wahre Schatz der Kirche

    In Mexiko-Stadt setzt „La Jornada“ Hoffnungen auf den Besuch des Heiligen Vaters:

    Auf ihn warten und hoffen die Angehörigen der massakrierten Ureinwohner, der Entführten, der Opfer von Mädchenmorden, der durch Habsucht verschütteten Bergleute, der durch Korruption und Trägheit getöteten Kleinkinder und alten Menschen, der zum Schweigen gebrachten Journalisten, der in Iguala ermordeten und verschwundenen Studenten. Auf ihn warten inhaftierte Aktivisten, betrogene Sparer, verhöhnte Wähler, beraubte Bauern, Opfer von Menschenhandel, Jugendliche ohne Universität und Lehrer ohne Schulen. Auf ihn warten aus dem Wirtschafts-, Gesundheits-, Bildungs- und Rechtssystem ausgeschlossene Mexikaner, die darum kämpfen, ihr Leben und ihre Würde zu bewahren: das Einzige, was niemand ihnen nehmen konnte. Er soll ihnen begegnen, sie anhören und für sie Zeugnis der Hoffnung und der Solidarität sein. Sie sind der wahre Schatz der Kirche.

    Zölibat als Wert verteidigen

    „The Irish Catholic“ (Dublin) warnt vor einer Abschaffung des Pflichtzölibats für Priester:

    Natürlich bedeutet der Zölibat oft ein einsames Leben. Wenn es gut gelebt wird, ist es aber ein enorm bereicherndes Leben und gleichzeitig eine Herausforderung. Natürlich sollen Priester und andere geweihte Personen, die „für das Himmelreich“ zölibatär leben, nicht ständig herumlaufen und allen erzählen, sie seien ein „eschatologisches Zeichen“, aber sie dürfen keine Angst haben, ihre Entscheidung für den Zölibat zu verteidigen. Auch wenn die Kirche den priesterlichen Zölibat einmal optional machen sollte – auf jeden Fall muss eine solche Entscheidung gut durchdacht und überlegt sein und darf kein hastiger [...] Versuch sein, nur irgendetwas zu tun.

    Richer mit festen Glaubensprinzipien

    In einem Nachruf auf den Richter am Obersten Gerichtshof Anton Scalia schreibt das US-amerikanische „Time Magazine“:

    Sein Vermächtnis ist zum großen Teil sein Umgang mit der Beziehung zwischen den eigenen tiefen Glaubensprinzipien und seiner Rolle als Richter. Für ihn bestand dieser Umgang nicht darin, seinen religiösen Glauben zu kompromittieren oder zu verwässern, sondern darin, zwischen den Rechtsfragen, die zu lösen er als Richter bemächtigt ist, und den religiösen Ansichten, auf die er wie jeder Mensch ein Recht hat, zu unterscheiden. Das brachte ihm die Achtung der Katholiken ebenso ein wie die anderer Religionsführer, auch wenn sie seinen Glauben nicht teilten.