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    Presse: Büchse der Pandora hat sich geöffnet

    „La Croix“ (Paris) schreibt im Hinblick auf den Abhörskandal:

    „La Croix“ (Paris) schreibt im Hinblick auf den Abhörskandal:

    Im Namen der Sicherheit verzichten die Bürger seit 2001 auf immer größere Teile ihrer privaten Freiheit, ohne zu merken, dass die Büchse der Pandora sich geöffnet hat. Was heute passiert – Industrie- und Wirtschaftsspionage, Überwachung von Verantwortlichen in Politik, Medien und Verwaltung –, geht weit über das anfängliche Ziel, die Bekämpfung der Anhänger von Osama bin Laden, hinaus.

    Sondersynode statt Sonderschritte

    „Our Sunday Visitor“ (USA) kommentiert die Ankündigung der Sondersynode:

    In Bezug auf die Sondersynode kam sofort die Frage auf, ob sie sich der Seelsorgekrise hinsichtlich der großen Zahl geschiedener und wiederverheirateter Katholiken widmen wird. Pfarreien und Diözesen suchen nach einer angemessenen Seelsorge besonders für jene, deren Ehe nicht annulliert wurde und die daher nicht die Eucharistie empfangen können. Kürzlich hat es Versuche gegeben – namentlich in der deutschen Erzdiözese Freiburg –, Leitlinien für den Kommunionempfang geschiedener und wiederverheirateter Katholiken aufzustellen. Die Ankündigung der Synode war ein deutlicher Hinweis, jeden Schritt in dieser Frage vor der Begegnung im kommenden Jahr zu unterlassen.

    Politik und Gemeinwohl wieder verbinden

    Die „Corriere della Sera“(Mailand) ruft zu einem moralischen Umdenken in der italienischen Politik auf:

    Verfassungsreformen sind nicht ausreichend ohne eine moralische Erneuerung der Parteien, wobei das Adjektiv „moralisch“ nicht nur bedeuten darf „nicht zu stehlen“ und das Substantiv „Erneuerung“ nicht nur die x-te „Säuberung“ auf der Grundlage des Strafgesetzbuches. Moralische Erneuerung bedeutet vor allem eine neue Generation: homines novi. Es gilt, die Verbindung zwischen Politik und Gemeinwohl wiederherzustellen und sich von Demagogen und Wendehälsen zu befreien.

    Heiligsprechungen

    „Catholic Weekly“ (Sydney) begrüßt die „doppelte“ Heiligsprechung :

    :Einige – vor allem viele Polen – wollen, dass Johannes Paul II. allein heiliggesprochen wird. Andere begrüßen die Entscheidung, Johannes XXIII. heiligzusprechen, ärgern sich aber darüber, dass „ihr“ Papst die Aufmerksamkeit teilen muss mit dem Papst, der das Konzil Johannes‘ XXIII. „umgelenkt“ hat. Die besorgten Polen sollten akzeptieren, dass Johannes Paul II. zwar eine besondere polnische Note in das Papsttum hineinbrachte, jetzt aber der ganzen Weltkirche gehört, und die verärgerten Anhänger Johannes‘ XXIII., dass der „Johannes XXIII.“, der ihrer Phantasie entsprungen ist, mit dem wahren Johannes XXIII. kaum etwas gemeinsam hat und der Vorwurf einer „Konzilsumlenkung“ abwegig ist. Papst Franziskus mag die „doppelte“ Heiligsprechung wohl eben deshalb, weil sie die Kontinuität zwischen den Anliegen Johannes‘ XXIII. und der lehramtlichen Auslegung des Konzils durch Johannes Paul II. hervorhebt.