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    Peru: Kirche für Versöhnung

    Lima (DT/dpa) Die Begnadigung des autoritären Ex-Präsidenten Alberto Fujimori sorgt für Proteste. Tausende zogen unter dem Motto „Nie mehr Fujimori“ am Donnerstag zum Justizpalast in der Hauptstadt. Auch in zahlreichen anderen Städten im ganzen Land gingen Demonstranten auf die Straße. Vereinzelt kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Der wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen zu 25 Jahren Haft verurteilte Fujimori war an Weihnachten überraschend begnadigt worden. Wegen seiner Mitverantwortung für 25 Morde während seiner Amtszeit hätte er eigentlich noch 15 weitere Jahre in Haft bleiben müssen. Auch der Bischof von Chiclayo, Robert Prevost, hat sich zu dem Thema geäußert. Er hat eine umfassende Entschuldigung des ehemaligen Staatschefs gefordert. Fujimori solle jedes einzelne Opfer seiner Regierungszeit um Verzeihung bitten, um einen Prozess der Versöhnung einleiten zu können, sagte der Geistliche laut lateinamerikanischen Medienberichten. Bisher, so Prevost, habe Fujimori eher allgemein von seiner Schuld gesprochen, was viele Menschen verletzt habe. „Vielleicht wäre es aus seiner Sicht wirkungsvoller, sich persönlich für einige der großen Ungerechtigkeiten zu entschuldigen, für die er verurteilt wurde.“

    Lima (DT/dpa) Die Begnadigung des autoritären Ex-Präsidenten Alberto Fujimori sorgt für Proteste. Tausende zogen unter dem Motto „Nie mehr Fujimori“ am Donnerstag zum Justizpalast in der Hauptstadt. Auch in zahlreichen anderen Städten im ganzen Land gingen Demonstranten auf die Straße. Vereinzelt kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Der wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen zu 25 Jahren Haft verurteilte Fujimori war an Weihnachten überraschend begnadigt worden. Wegen seiner Mitverantwortung für 25 Morde während seiner Amtszeit hätte er eigentlich noch 15 weitere Jahre in Haft bleiben müssen. Auch der Bischof von Chiclayo, Robert Prevost, hat sich zu dem Thema geäußert. Er hat eine umfassende Entschuldigung des ehemaligen Staatschefs gefordert. Fujimori solle jedes einzelne Opfer seiner Regierungszeit um Verzeihung bitten, um einen Prozess der Versöhnung einleiten zu können, sagte der Geistliche laut lateinamerikanischen Medienberichten. Bisher, so Prevost, habe Fujimori eher allgemein von seiner Schuld gesprochen, was viele Menschen verletzt habe. „Vielleicht wäre es aus seiner Sicht wirkungsvoller, sich persönlich für einige der großen Ungerechtigkeiten zu entschuldigen, für die er verurteilt wurde.“

    Fujimori war von 1990 bis 2000 Staatspräsident Perus. 2009 wurde er wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen zu 25 Jahren Haft verurteilt. An Weihnachten entschied sich der unter Korruptionsverdacht stehende amtierende Staatschef Pedro Pablo Kuczynski überraschend für eine Begnadigung Fujimoris. Kritiker sprechen von einem „schmutzigen Deal“. Demnach sollen Fujimori-Anhänger im Kongress als Gegenleistung eine sicher geglaubte Amtsenthebung Kuczynskis verhindert haben.

    Auch Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen übten am Donnerstag in Genf deutliche Kritik an der Begnadigung. Diese sei „ein Schlag ins Gesicht“ der Opfer, hieß es in einer Mitteilung. Der Schritt sei „politisch motiviert“ und untergrabe die Arbeit der peruanischen Justiz.

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