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    Patriarch will Versöhnung in Ninive-Ebene

    Bagdad (DT/poi) Der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako hat als Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz des Irak einen Plan für die Zukunft der Ninive-Ebene vorgelegt. Zentrale Punkte des von der katholischen Nachrichtenagentur „Asia News“ veröffentlichten Plans lauten: Die Entscheidungskompetenz muss bei den ursprünglichen Bewohnern der Ebene liegen, auch wenn sie noch nicht in ihre Heimatorte zurückgekehrt sind; die Interessen der ausländischen Mächte sind ebenso auszuschalten wie die Interessen von Personen, „die nur eigensüchtige Zwecke verfolgen“; die Christen in Mesopotamien sollen zur Einheit finden und mit den nichtchristlichen Nachbarn ein Verhältnis der „Nachbarschaft und Freundschaft“ suchen; die Regierung in Bagdad sei verpflichtet, die Sicherheit, den Rechtsstaat und den Wiederaufbau der zerstörten Kleinstädte mit ihren Häusern, Schulen, Ämtern, Krankenhäusern und Kirchen zu garantieren.

    Bagdad (DT/poi) Der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako hat als Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz des Irak einen Plan für die Zukunft der Ninive-Ebene vorgelegt. Zentrale Punkte des von der katholischen Nachrichtenagentur „Asia News“ veröffentlichten Plans lauten: Die Entscheidungskompetenz muss bei den ursprünglichen Bewohnern der Ebene liegen, auch wenn sie noch nicht in ihre Heimatorte zurückgekehrt sind; die Interessen der ausländischen Mächte sind ebenso auszuschalten wie die Interessen von Personen, „die nur eigensüchtige Zwecke verfolgen“; die Christen in Mesopotamien sollen zur Einheit finden und mit den nichtchristlichen Nachbarn ein Verhältnis der „Nachbarschaft und Freundschaft“ suchen; die Regierung in Bagdad sei verpflichtet, die Sicherheit, den Rechtsstaat und den Wiederaufbau der zerstörten Kleinstädte mit ihren Häusern, Schulen, Ämtern, Krankenhäusern und Kirchen zu garantieren.

    In der Erklärung des Patriarchen werden die christlichen Parteien wie auch die Einflüsse aus der Emigration in Frage gestellt. So heißt es, für die Menschen aus der Ninive-Ebene sei die Frage offen, „ob ihre Interessen und ihre Bestrebungen wirklich von den politischen Parteien vertreten werden“. Weiter stellt Sako fest, trotz ihrer Verdienste und Leiden könnten die Vertreter der Diaspora „nicht über die Zukunft der Region reden“. Sie seien zu weit entfernt, um „die Nuancen der aktuellen Situation“ zu verstehen. Sie könnten aber nach ihren Möglichkeiten die Rückkehrer bei der Reparatur ihrer zerstörten Häuser in der Ebene unterstützen. Bisher sei die Kirche als einzige im Bereich des Wiederaufbaus aktiv.

    Die Vorgehensweise bei der politischen Neugestaltung der Ninive-Ebene sei eine „überaus delikate Frage“, betont Patriarch Sako. Noch seien die meisten der vertriebenen oder geflüchteten Bewohner nicht zurückgekehrt. Ihre Häuser seien demoliert oder niedergebrannt. Die Christen müssten jetzt ihre Einheit stärken, die überflüssigen Konflikte beiseitelassen, eine Atmosphäre schaffen, in der Diskussion, Dialog und Reflexion gedeihen können.

    Es gehe darum, nach einer Zeit unsäglicher Leiden „realistisch und rational“ zu denken und unter den „weisen und kundigen Persönlichkeiten“ aus den Kleinstädten würdige Repräsentanten auszuwählen, die „im Land und nicht im Ausland“ gemeinsam mit den Nachbarn – „und nicht im Gegensatz zu ihnen“ – über eine bessere Zukunft für alle verhandeln.

    Die Christen der Ninive-Ebene könnten auf eine lange Geschichte der Beziehungen mit den Muslimen zurückblicken, betonte Sako. Nachbarschaft und Freundschaft mit den Muslimen könnten nicht wegen der Grausamkeiten und Terrorakte der IS-Terroristen zurückgefahren werden. Christen und Muslime hätten Generationen hindurch Freud und Leid, Bräuche und Traditionen geteilt.

    Es sei Aufgabe der Christen, sich auf „gemeinsame und akzeptable“ Vorschläge im Hinblick auf die Zukunft der Ninive-Ebene zu einigen. Diese Vorschläge seien im Rahmen der irakischen Verfassung und der internationalen Gesetze zu verwirklichen. Die einzige Lösung für alle Bürger des Irak sei der Aufbau eines „demokratischen und zivilisierten“ Systems, um Gerechtigkeit und Gleichheit für alle zu erlangen.