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    Papst spricht im Bundestag

    Berlin (DT/KNA) Premiere im Bundestag: Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wird ein Papst vor den Abgeordneten sprechen. Benedikt XVI. wolle bei seiner Deutschlandreise im September das Parlament besuchen und dort sprechen, teilte Bundestagspräsident Norbert Lammert in Berlin mit. Die Ankündigung löste am Donnerstagabend parteiübergreifend überwiegend positive Reaktionen aus. Der Vorsitzende des Kardinal-Höffner-Kreises in der Unionsfraktion, Hermann Kues (CDU), sprach von einem Geschenk für das Parlament. „Darauf können wir stolz sein“, sagte er der KNA. Mit dem Wunsch, im Bundestag zu reden, zeige der Papst seine Verbundenheit mit Deutschland. Zugleich werde deutlich, dass sich Benedikt XVI. zu einer weltoffenen Kirche bekenne. Zustimmung gab es auch von der FDP. „Wir werden den Papst nicht nur als Staatsoberhaupt, sondern auch als Oberhirten der größten christlichen Konfession empfangen“, sagte der Kirchenbeauftragte der Fraktion, Stefan Ruppert, der KNA. Die Liberalen erhofften sich von der Ansprache „wichtige Impulse“ für den Dialog mit den Religionsgemeinschaften. Ähnlich äußerten sich der Sprecher der Gruppe der Christen in der FDP-Fraktion, Patrick Meinhardt, sowie der Parlamentarische Geschäftsführer, Jörg van Essen. Ein geteiltes Echo gab es bei den Grünen. Der Kirchenbeauftragte der Bundestagsfraktion, Josef Winkler, sagte, er freue sich persönlich, dass der Papst nach Berlin komme. Er sei gespannt, welche Gedanken Benedikt XVI. dem Bundestag mitteilen werde. Kritisch äußerte sich Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck. Der Bundestag sei „zu Recht zurückhaltend bei der Einladung ausländischer Staatsgäste“, so Beck. Hinzu komme, dass der Papst in erster Linie Oberhaupt einer Religionsgemeinschaft sei, so Beck laut „Spiegel online“. Der Religionsbeauftragte der Linken im Bundestag, Raju Sharma, sagte der KNA, seine Fraktion sehe dem Besuch des Kirchenoberhaupts im Parlament „gelassen“ entgegen. Sharma wörtlich: „Der Papst hat sicher interessante Dinge zu erzählen.“ Er verwies dabei auf Schnittmengen zwischen der Politik seiner Partei und der Haltung der Kirche etwa in der Sozialpolitik, bei Menschenrechten, Rüstungsexporten und der Entwicklungshilfe. Daneben gebe es allerdings auch zahlreiche Politikfelder wie die Familienpolitik oder die Abtreibungsfrage, wo beide Seiten nicht übereinstimmten. Bereits im Vorfeld hatte sich der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, für eine Rede Benedikts im Parlament ausgesprochen. Für die Politik sei das Kirchenoberhaupt „ein willkommener Gesprächspartner“. Bislang sprachen 13 ausländische Staatspräsidenten als Redner im Bundestag, darunter George W. Bush, Michail Gorbatschow und Jacques Chirac.

    Berlin (DT/KNA) Premiere im Bundestag: Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wird ein Papst vor den Abgeordneten sprechen. Benedikt XVI. wolle bei seiner Deutschlandreise im September das Parlament besuchen und dort sprechen, teilte Bundestagspräsident Norbert Lammert in Berlin mit. Die Ankündigung löste am Donnerstagabend parteiübergreifend überwiegend positive Reaktionen aus. Der Vorsitzende des Kardinal-Höffner-Kreises in der Unionsfraktion, Hermann Kues (CDU), sprach von einem Geschenk für das Parlament. „Darauf können wir stolz sein“, sagte er der KNA. Mit dem Wunsch, im Bundestag zu reden, zeige der Papst seine Verbundenheit mit Deutschland. Zugleich werde deutlich, dass sich Benedikt XVI. zu einer weltoffenen Kirche bekenne. Zustimmung gab es auch von der FDP. „Wir werden den Papst nicht nur als Staatsoberhaupt, sondern auch als Oberhirten der größten christlichen Konfession empfangen“, sagte der Kirchenbeauftragte der Fraktion, Stefan Ruppert, der KNA. Die Liberalen erhofften sich von der Ansprache „wichtige Impulse“ für den Dialog mit den Religionsgemeinschaften. Ähnlich äußerten sich der Sprecher der Gruppe der Christen in der FDP-Fraktion, Patrick Meinhardt, sowie der Parlamentarische Geschäftsführer, Jörg van Essen. Ein geteiltes Echo gab es bei den Grünen. Der Kirchenbeauftragte der Bundestagsfraktion, Josef Winkler, sagte, er freue sich persönlich, dass der Papst nach Berlin komme. Er sei gespannt, welche Gedanken Benedikt XVI. dem Bundestag mitteilen werde. Kritisch äußerte sich Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck. Der Bundestag sei „zu Recht zurückhaltend bei der Einladung ausländischer Staatsgäste“, so Beck. Hinzu komme, dass der Papst in erster Linie Oberhaupt einer Religionsgemeinschaft sei, so Beck laut „Spiegel online“. Der Religionsbeauftragte der Linken im Bundestag, Raju Sharma, sagte der KNA, seine Fraktion sehe dem Besuch des Kirchenoberhaupts im Parlament „gelassen“ entgegen. Sharma wörtlich: „Der Papst hat sicher interessante Dinge zu erzählen.“ Er verwies dabei auf Schnittmengen zwischen der Politik seiner Partei und der Haltung der Kirche etwa in der Sozialpolitik, bei Menschenrechten, Rüstungsexporten und der Entwicklungshilfe. Daneben gebe es allerdings auch zahlreiche Politikfelder wie die Familienpolitik oder die Abtreibungsfrage, wo beide Seiten nicht übereinstimmten. Bereits im Vorfeld hatte sich der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, für eine Rede Benedikts im Parlament ausgesprochen. Für die Politik sei das Kirchenoberhaupt „ein willkommener Gesprächspartner“. Bislang sprachen 13 ausländische Staatspräsidenten als Redner im Bundestag, darunter George W. Bush, Michail Gorbatschow und Jacques Chirac.