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    Neuer Ethikrat nimmt Arbeit auf

    Berlin (DT/KNA) Der evangelische Theologe Peter Dabrock (51) ist neuer Vorsitzender des Deutschen Ethikrates. Bei seiner konstituierenden Sitzung in Berlin wählte der neu berufene Rat am Donnerstagabend die Neurowissenschaftlerin Katrin Amunts (53), den Psychologen und Gerontologen Andreas Kruse (60) sowie die Medizinethikerin Claudia Wiesemann (57) zu seinen Stellvertretern. Entsprechend dem Ethikratgesetz hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert die 26 Mitglieder aus den Bereichen Medizin, Naturwissenschaft, Recht, Philosoph und Ethik für die kommenden vier Jahre neu berufen. Dabei bestätigte er 12 für eine zweite Amtszeit und berief 14 neue Sachverständige. Der unabhängige Sachverständigenrat soll Politik und Gesellschaft in ethischen Fragen etwa bei den Lebenswissenschaften beraten und Empfehlungen vorlegen. Der scheidende Rat hatte seine Agenda weitgehend erfüllt, zuletzt mit einer Stellungnahme zur Embryospende. Im Juni steht die Jahrestagung zum „Zugriff auf das menschliche Erbgut“ an. Dabei geht es um das sogenannte Genom Editing, also die Möglichkeit, durch neue Techniken Teile des Erbguts zu verändern. Bei seiner Sitzung beriet das Gremium auch über mögliche neue Themen. Der Tübinger Moraltheologe Franz-Josef Bormann bezeichnete es als Aufgabe des Ethikrates, neben der Dienstleistungsfunktion für Parlament und Regierung auch „neue Themen zu setzen und Diskussionen voranzubringen“. Der für die katholische Kirche neu in den Rat berufene Theologe nannte es wünschenswert, wenn zu komplizierten ethischen Fragen künftig stärker als bisher nicht nur unterschiedliche Positionen nebeneinandergestellt würden, sondern „eine gewisse Einvernehmlichkeit“ angestrebt werde. Der Einfluss der Stellungnahmen des Ethikrates werde „nicht gerade erhöht, wenn nur die Pluralität der Denkmöglichkeiten abgebildet“ werde. Für Bormann ist es „eine demokratische Selbstverständlichkeit“, dass der Ethikrat die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Positionen abbilde. Dazu gehörten auch die Vertreter von Religionen. Diese Vielfalt sei ein Reichtum. Allerdings gelte für alle Mitglieder des Gremiums, dass sie „mit rationalen Argumenten arbeiten“ müssten.

    Berlin (DT/KNA) Der evangelische Theologe Peter Dabrock (51) ist neuer Vorsitzender des Deutschen Ethikrates. Bei seiner konstituierenden Sitzung in Berlin wählte der neu berufene Rat am Donnerstagabend die Neurowissenschaftlerin Katrin Amunts (53), den Psychologen und Gerontologen Andreas Kruse (60) sowie die Medizinethikerin Claudia Wiesemann (57) zu seinen Stellvertretern. Entsprechend dem Ethikratgesetz hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert die 26 Mitglieder aus den Bereichen Medizin, Naturwissenschaft, Recht, Philosoph und Ethik für die kommenden vier Jahre neu berufen. Dabei bestätigte er 12 für eine zweite Amtszeit und berief 14 neue Sachverständige. Der unabhängige Sachverständigenrat soll Politik und Gesellschaft in ethischen Fragen etwa bei den Lebenswissenschaften beraten und Empfehlungen vorlegen. Der scheidende Rat hatte seine Agenda weitgehend erfüllt, zuletzt mit einer Stellungnahme zur Embryospende. Im Juni steht die Jahrestagung zum „Zugriff auf das menschliche Erbgut“ an. Dabei geht es um das sogenannte Genom Editing, also die Möglichkeit, durch neue Techniken Teile des Erbguts zu verändern. Bei seiner Sitzung beriet das Gremium auch über mögliche neue Themen. Der Tübinger Moraltheologe Franz-Josef Bormann bezeichnete es als Aufgabe des Ethikrates, neben der Dienstleistungsfunktion für Parlament und Regierung auch „neue Themen zu setzen und Diskussionen voranzubringen“. Der für die katholische Kirche neu in den Rat berufene Theologe nannte es wünschenswert, wenn zu komplizierten ethischen Fragen künftig stärker als bisher nicht nur unterschiedliche Positionen nebeneinandergestellt würden, sondern „eine gewisse Einvernehmlichkeit“ angestrebt werde. Der Einfluss der Stellungnahmen des Ethikrates werde „nicht gerade erhöht, wenn nur die Pluralität der Denkmöglichkeiten abgebildet“ werde. Für Bormann ist es „eine demokratische Selbstverständlichkeit“, dass der Ethikrat die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Positionen abbilde. Dazu gehörten auch die Vertreter von Religionen. Diese Vielfalt sei ein Reichtum. Allerdings gelte für alle Mitglieder des Gremiums, dass sie „mit rationalen Argumenten arbeiten“ müssten.