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    Merkel ermutigt zur Versöhnung

    Tokio (DT/dpa) Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Japan und China ermutigt, gemeinsam die Last des Zweiten Weltkrieges zu überwinden. Am Beispiel von Deutschland und Frankreich schilderte sie am Montag in Tokio, wie sich zwei ehemalige Erzfeinde versöhnt haben. Dazu gehörte für Deutschland, seine Kriegsschuld anzuerkennen, und für Frankreich die Bereitschaft, die Hand zu reichen. „Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist Teil der Voraussetzung, Versöhnung schaffen zu können“, sagte die CDU-Vorsitzende nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Shinzo Abe, fügte aber hinzu: „Zur Versöhnung gehören immer zwei Seiten“. China hatte Japan erst am Vortag erneut aufgefordert, sich ehrlich seiner Kriegsvergangenheit zu stellen. „Vor 70 Jahren hat Japan den Krieg verloren. 70 Jahre später sollte es nicht sein Gewissen verlieren“, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Sonntag. In Japan läuft eine Debatte darüber, welche Worte der für seine revisionistischen Ansichten bekannte Abe zum Kriegsende wählen wird. Eine Aufweichung früherer Entschuldigungen für Japans Aggressionen und Kolonialherrschaft würde die Spannungen mit den Nachbarn verschärfen, warnen Kritiker. Merkel legte Wert darauf, dass sie als deutsche Kanzlerin Japan keine Ratschläge geben wolle. Jedes Land müsse seinen eigenen Weg finden, sagte Merkel bei einer Pressekonferenz mit Abe. Stattdessen ging sie auf die Erfahrungen Deutschlands ein. „Nach dem Zweiten Weltkrieg hat es immer wieder sehr intensive Diskussionen in Deutschland gegeben, zum Teil auch sehr harte, über die Frage, wie man die Vergangenheit aufarbeitet“, so die Kanzlerin. Es werde nie in Vergessenheit geraten, dass ihrem Land die Hand gereicht und Vertrauen entgegengebracht wurde. Dabei habe Deutschland Leid über die Welt gebracht und mit dem Holocaust einen Zivilisationsbruch zu verantworten, sagte die Kanzlerin bei einer Veranstaltung der liberalen Tageszeitung „Asahi Shimbun“ und dem Japanisch-Deutschen Zentrum in Berlin (jdzb).

    Tokio (DT/dpa) Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Japan und China ermutigt, gemeinsam die Last des Zweiten Weltkrieges zu überwinden. Am Beispiel von Deutschland und Frankreich schilderte sie am Montag in Tokio, wie sich zwei ehemalige Erzfeinde versöhnt haben. Dazu gehörte für Deutschland, seine Kriegsschuld anzuerkennen, und für Frankreich die Bereitschaft, die Hand zu reichen. „Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist Teil der Voraussetzung, Versöhnung schaffen zu können“, sagte die CDU-Vorsitzende nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Shinzo Abe, fügte aber hinzu: „Zur Versöhnung gehören immer zwei Seiten“. China hatte Japan erst am Vortag erneut aufgefordert, sich ehrlich seiner Kriegsvergangenheit zu stellen. „Vor 70 Jahren hat Japan den Krieg verloren. 70 Jahre später sollte es nicht sein Gewissen verlieren“, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Sonntag. In Japan läuft eine Debatte darüber, welche Worte der für seine revisionistischen Ansichten bekannte Abe zum Kriegsende wählen wird. Eine Aufweichung früherer Entschuldigungen für Japans Aggressionen und Kolonialherrschaft würde die Spannungen mit den Nachbarn verschärfen, warnen Kritiker. Merkel legte Wert darauf, dass sie als deutsche Kanzlerin Japan keine Ratschläge geben wolle. Jedes Land müsse seinen eigenen Weg finden, sagte Merkel bei einer Pressekonferenz mit Abe. Stattdessen ging sie auf die Erfahrungen Deutschlands ein. „Nach dem Zweiten Weltkrieg hat es immer wieder sehr intensive Diskussionen in Deutschland gegeben, zum Teil auch sehr harte, über die Frage, wie man die Vergangenheit aufarbeitet“, so die Kanzlerin. Es werde nie in Vergessenheit geraten, dass ihrem Land die Hand gereicht und Vertrauen entgegengebracht wurde. Dabei habe Deutschland Leid über die Welt gebracht und mit dem Holocaust einen Zivilisationsbruch zu verantworten, sagte die Kanzlerin bei einer Veranstaltung der liberalen Tageszeitung „Asahi Shimbun“ und dem Japanisch-Deutschen Zentrum in Berlin (jdzb).