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    Merkel: Wulff muss erklären

    Berlin (DT/dpa) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet in der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff weitere Erklärungen des Staatsoberhaupts. Die Kanzlerin habe volles Vertrauen darin, dass der Bundespräsident alle anstehenden Fragen umfassend beantworten werde, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter am Mittwoch in Berlin. Er bekräftigte, dass Merkel die Arbeit des Präsidenten außerordentlich schätze. Daran habe sich nichts geändert.

    Berlin (DT/dpa) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet in der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff weitere Erklärungen des Staatsoberhaupts. Die Kanzlerin habe volles Vertrauen darin, dass der Bundespräsident alle anstehenden Fragen umfassend beantworten werde, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter am Mittwoch in Berlin. Er bekräftigte, dass Merkel die Arbeit des Präsidenten außerordentlich schätze. Daran habe sich nichts geändert.

    Unterdessen hat sich die CDU-Politikerin Vera Lengsfeld für einen Rücktritt des Bundespräsidenten ausgesprochen und Joachim Gauck als Nachfolger vorgeschlagen. „Unser Bundespräsident ist endgültig zur Witzfigur geworden. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung kann ihn nicht mehr ernst nehmen“, sagte sie „Handelsblatt Online“. Frau Lengsfeld appellierte an SPD und Grüne, sich aktiv für eine Ablösung Wulffs einzusetzen. Die Opposition könne nun beweisen, dass ihr Vorschlag, den früheren Chef der Stasi-Unterlagenbehörde Joachim Gauck zum Bundespräsidenten zu machen, kein parteipolitisches Manöver gewesen sei. „Joachim Gauck kann dem Amt seine Würde zurückgeben“, sagte die CDU-Politikerin. „Als zweiten Schritt sollte man dazu übergehen, den Bundespräsidenten vom Volk wählen zu lassen.“ Nur so sei gesichert, „dass unser höchstes Amt nie wieder parteipolitisch instrumentalisiert werden kann“.

    Wulff hat indes trotz der anhaltenden Kritik an seinem Verhalten in der Kreditaffäre nicht an Ansehen in der Bevölkerung verloren. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage für das Hamburger Magazin „Stern“ äußerten sich 63 Prozent der Befragten zufrieden mit seiner Arbeit, 30 Prozent unzufrieden. Forsa erhob die Daten allerdings vor Bekanntwerden der Interventionen des Präsidenten beim Axel Springer Verlag. In einer Umfrage Mitte Dezember hatten sich 62 Prozent zufrieden und 27 Prozent unzufrieden geäußert.