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    Meldungen am 19. Juni 2019

    Organspende: Spahn erhält Unterstützung - Umfrage: Deutsche kritisch bei Migration

    Organspende: Spahn erhält Unterstützung

    Berlin (DT/KNA) Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke (CDU), hat sich erneut für eine Widerspruchslösung bei der Organspende ausgesprochen. In ihrem Amt als Patientenbeauftragte verhalte sie sich zwar neutral, betonte die Herzchirurgin im Interview der „Welt“ (Montag). Als Abgeordnete und Ärztin aber wisse sie, „wie schlecht die Lebensqualität eines Menschen ist, der an der Dialyse ist und auf eine Spenderniere wartet. Jeder von uns kann ganz schnell in eine solche Situation kommen. Deshalb plädiere ich für die Widerspruchsregelung.“ Sie sehe sich hier in erster Linie als Anwältin der Patienten, die auf ein Spenderorgan warten.

    Der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach unterstützte Gesetzesvorschlag zur Widerspruchslösung sieht vor, dass jeder Verstorbene automatisch als Organspender gilt, es sei denn, er hat dem zu Lebzeiten widersprochen. Ein Alternativvorschlag von Abgeordneten aus Union, SPD, Grünen, FDP und Linksfraktion will hingegen an der derzeit gültigen Entscheidungsregelung festhalten, die eine bewusste Zustimmung für eine Organentnahme voraussetzt. Auch für die katholische Kirche muss die Organspende eine bewusste und freiwillige Entscheidung bleiben.

    Umfrage: Deutsche kritisch bei Migration

    Hamburg (DT/KNA) In einer internationalen Umfrage zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni haben sich die Deutschen besonders kritisch zum Thema Flucht und Integration geäußert. Zum Beispiel zweifelten sie weltweit am häufigsten an den Beweggründen von Geflüchteten: Fast sechs von zehn (59 Prozent) stimmten der Aussage zu, die meisten Ausländer, die als Geflüchtete einreisen wollten, seien in Wahrheit gar keine Flüchtlinge, sondern kämen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. Im Schnitt der in 26 Ländern weltweit durchgeführten und am Montag veröffentlichten Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts ipsos stimmten 54 Prozent dieser Aussage zu. Besonders skeptisch bewerteten die Deutschen auch die Integrationsfähigkeit der neu kommenden Menschen. Nur knapp jeder Dritte (31 Prozent) glaubt laut Umfrage, dass sich die meisten Flüchtlinge erfolgreich in ihre neue Gesellschaft integrieren können. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 37 Prozent. Noch skeptischer äußerten sich hierzu die Befragten aus Ungarn (19), Frankreich (17) und Japan (14 Prozent); der Durchschnitt lag bei 38 Prozent. 57 Prozent der deutschen Befragten sprachen sich grundsätzlich für die Aufnahme von Geflüchteten aus, die in Deutschland Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen; im weltweiten Durchschnitt waren es 61 Prozent. Niedriger als in Deutschland war die bekundete Aufnahmebereitschaft in Belgien (50), Frankreich (43) und Ungarn (43).

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