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    Meisner gegen Sterbehilfegesetz

    Köln/München (DT/KNA/dpa) Kardinal Joachim Meisner hat die Pläne zur Sterbehilfe scharf kritisiert. Der von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) vorgelegte Gesetzentwurf stelle die „letzte Station“ auf dem Weg zur Preisgabe der Menschenwürde dar, schreibt der Kölner Erzbischof im „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom Mittwoch. „Gleich einer Wanderdüne“ sei „ein Eingriff nach dem anderen“ gegen die Unantastbarkeit menschlichen Lebens erfolgt. Ziel des Gesetzentwurfes ist es, die kommerzielle Sterbehilfe zu verbieten, Angehörigen von Sterbewilligen sowie ihnen nahestehenden Ärzten und Pflegern aber die Beihilfe zu gestatten. Dazu schreibt Meisner: „Für das Ende des menschlichen Lebens gilt das Gleiche wie für seinen Beginn: Wir haben keine Verfügung darüber und dürfen sie uns auch nicht anmaßen – es sei denn um den Preis unserer menschlichen Würde.“ Aktive Sterbehilfe dürfe es grundsätzlich nicht geben, so der Kardinal. Stattdessen fordert Meisner verstärkte Aufklärung über Schmerztherapie, Palliativmedizin und Hospizarbeit sowie eine intensivierte Sterbebegleitung: „Der Mensch soll an der Hand des Menschen sterben, nicht aber durch seine Hand.“

    Köln/München (DT/KNA/dpa) Kardinal Joachim Meisner hat die Pläne zur Sterbehilfe scharf kritisiert. Der von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) vorgelegte Gesetzentwurf stelle die „letzte Station“ auf dem Weg zur Preisgabe der Menschenwürde dar, schreibt der Kölner Erzbischof im „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom Mittwoch. „Gleich einer Wanderdüne“ sei „ein Eingriff nach dem anderen“ gegen die Unantastbarkeit menschlichen Lebens erfolgt. Ziel des Gesetzentwurfes ist es, die kommerzielle Sterbehilfe zu verbieten, Angehörigen von Sterbewilligen sowie ihnen nahestehenden Ärzten und Pflegern aber die Beihilfe zu gestatten. Dazu schreibt Meisner: „Für das Ende des menschlichen Lebens gilt das Gleiche wie für seinen Beginn: Wir haben keine Verfügung darüber und dürfen sie uns auch nicht anmaßen – es sei denn um den Preis unserer menschlichen Würde.“ Aktive Sterbehilfe dürfe es grundsätzlich nicht geben, so der Kardinal. Stattdessen fordert Meisner verstärkte Aufklärung über Schmerztherapie, Palliativmedizin und Hospizarbeit sowie eine intensivierte Sterbebegleitung: „Der Mensch soll an der Hand des Menschen sterben, nicht aber durch seine Hand.“

    Auch die Bundesärztekammer warnt vor Schlupflöchern: Ausnahmen dürfe es nicht geben, auch nicht für Ärzte, sagte Vizepräsident Max Kaplan im Gespräch mit der dpa. „Die Aufgabe des Arztes ist es, Leben zu erhalten, Leiden zu lindern und Sterbenden Beistand zu leisten. Das heißt: Sterbebegleitung und ärztliche Hilfeleistung beim Sterben – und nicht zum Sterben.“ Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Saarlands Gesundheitsminister Andreas Storm (CDU), kritisiert: „Der Gesetzentwurf zur Sterbehilfe geht in die falsche Richtung. Er muss gründlich überarbeitet werden.“ In der „Rheinischen Post“ fordert Storm, dass für todkranke Menschen die Palliativmedizin stärker in den Blick genommen werden müsse. Sie gebe den Menschen die Möglichkeit, in Würde und ohne Schmerzen zu sterben.