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    Mehr als 200 000 Unterschriften gesammelt

    Würzburg/Berlin (DT) Die Stiftung CitizenGo hat binnen elf Tagen mehr als 200 000 Unterschriften für eine Online-Petition gesammelt, in welcher die Unterzeichner den belgischen König Philippe bitten, die am 13. Februar vom belgischen Parlament beschlossene Novelle des Euthanasiegesetzes von 2002 nicht zu unterzeichnen. „Sagen Sie nicht Ja zum erschreckendsten Gesetz zur Euthanasie weltweit. Hören Sie auf Ihr Gewissen und zeigen Sie sich als Monarch mit ethischen Prinzipien“, heißt es in der Online-Petition auf der Kampagnenseite der Stiftung in Internet (www.citizengo.org).

    Würzburg/Berlin (DT) Die Stiftung CitizenGo hat binnen elf Tagen mehr als 200 000 Unterschriften für eine Online-Petition gesammelt, in welcher die Unterzeichner den belgischen König Philippe bitten, die am 13. Februar vom belgischen Parlament beschlossene Novelle des Euthanasiegesetzes von 2002 nicht zu unterzeichnen. „Sagen Sie nicht Ja zum erschreckendsten Gesetz zur Euthanasie weltweit. Hören Sie auf Ihr Gewissen und zeigen Sie sich als Monarch mit ethischen Prinzipien“, heißt es in der Online-Petition auf der Kampagnenseite der Stiftung in Internet (www.citizengo.org).

    Das belgische Unterhaus hatte am Donnerstag vor zwei Wochen ein Gesetz verabschiedet, demzufolge künftig auch Kinder von Ärzten verlangen können sollen, sie zu töten. Anders als Erwachsene müssen diese Kinder tödlich erkrankt sein. Auch müssen die Eltern der „Tötung auf Verlangen“ ihrer Kinder zustimmen. Zudem müssen Ärzte und Psychologen zu der Ansicht gelangen, dass das um seine Tötung nachsuchende Kind sich seiner Situation bewusst ist und versteht, was Euthanasie bedeutet. Eine Altersbegrenzung wie in den Niederlanden, wo Jugendliche ab zwölf Jahren um die „Tötung auf Verlangen“ durch einen Arzt nachsuchen können, sieht das belgische Gesetz nicht vor.

    Nach Informationen dieser Zeitung sollen die Unterschriften dem König noch in dieser Woche ausgehändigt werden. „Majestät, Sie sind der König der Belgier und als solcher Ihrem Volk verpflichtet. Grundsätzlich sind Sie gewohnt, jedes Gesetz zu unterschreiben, das von einem demokratisch gewählten Organ vorgesetzt wird. (...) Es gibt jedoch auch Gesetze, die nicht nur Belgien, sondern auch langfristig Europa betreffen werden“, heißt es in der Online-Petition weiter. Ein solches Gesetz sei auch das „geplante, erschreckende Euthanasiegesetz für Minderjährige, das Signalcharakter für ganz Europa haben wird“.

    Kardinal Woelki für Ausbau der Palliativmedizin

    Zuvor hatte der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki die Zulassung der „Tötung auf Verlangen“ für Kinder in Belgien kritisiert. Kein Parlament sollte über ein Gesetzgebungsverfahren die „Erlaubnis“ zu aktiver Sterbehilfe geben, forderte Woelki am Samstag im RBB-Hörfunk. Parlamente sollten dagegen die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen, dass kein Mensch alleine oder schlecht versorgt sterben müsse, „und erst recht kein Kind“, so der Erzbischof. Vor der Empörung über die falsche Entscheidung in Belgien sei es jedoch erforderlich, eine ausreichend finanzierte Schmerzmedizin in Deutschland sicherzustellen. Woelki sagte, er könne sich vorstellen, dass das selbstbestimmte Sterben auch für einen jungen Menschen als einzige Möglichkeit erscheine, unerträgliche Schmerzen loszuwerden. „Kinder in einer solchen Situation ernst zu nehmen, kann aber nicht bedeuten, genau das zu machen, was sie sagen und als Wunsch äußern“, so der Kardinal.