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    Leitartikel: Und bedenke das Ende

    Altersstarrsinn kann stärker sein als die Vernunft, das ist bekannt. Aber es gibt offenbar auch eine Eitelkeit des Alters, die sich vernünftiger Erkenntnis verweigert und gern medial glänzt. Und dann gibt es Leute, die gleich beide Untugenden glänzend beherrschen. Vermutlich gehört auch die ehemalige Familienministerin und Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth zu jener Gruppe. Anders ist es kaum zu erklären, dass sie sich höchst medienwirksam für die „Ehe für alle“ und das volle Adoptionsrecht für Gleichgeschlechtliche ausspricht. Respice finem, kann man da nur mit einer ganz alten Lebensweisheit sagen, bedenke das Ende. Süßmuths CDU-Parteifreundin und saarländische Ministerpräsident Kramp-Karrenbauer hat in diesem Sinn auf die logischen Folgen einer „Ehe für alle“ hingewiesen: Aufhebung des Inzest-Verbots und Identitätschaos für künftige Generationen.

    Altersstarrsinn kann stärker sein als die Vernunft, das ist bekannt. Aber es gibt offenbar auch eine Eitelkeit des Alters, die sich vernünftiger Erkenntnis verweigert und gern medial glänzt. Und dann gibt es Leute, die gleich beide Untugenden glänzend beherrschen. Vermutlich gehört auch die ehemalige Familienministerin und Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth zu jener Gruppe. Anders ist es kaum zu erklären, dass sie sich höchst medienwirksam für die „Ehe für alle“ und das volle Adoptionsrecht für Gleichgeschlechtliche ausspricht. Respice finem, kann man da nur mit einer ganz alten Lebensweisheit sagen, bedenke das Ende. Süßmuths CDU-Parteifreundin und saarländische Ministerpräsident Kramp-Karrenbauer hat in diesem Sinn auf die logischen Folgen einer „Ehe für alle“ hingewiesen: Aufhebung des Inzest-Verbots und Identitätschaos für künftige Generationen.

    Frau Süßmuth steht in der Union mit ihrem ausgehöhlten Ehe-Begriff nicht allein. Die unter Kohl im Trab eingesetzte und nach ihm galoppierende programmatische Entleerung der Partei ist nun an einem Punkt angelangt, da nicht mehr das Recht die Gesellschaft strukturieren soll, sondern das Gefühl. Die politische Maxime lautet: Don?t worry, be happy. Man könnte diese Maxime freilich mit christlichem Inhalt füllen, etwa: Habt keine Angst, seid unbesorgt, allerdings folgt dem noch der Satz: „Denn wer immer mich vor den Menschen bekennt, den werde auch ich bekennen vor meinem Vater im Himmel“ (Mt 10, 32). Aber wer hat noch Bekennermut in der Union, nicht nur zu Glaubenssätzen, sondern auch zu anthropologischen Wahrheiten zu stehen?

    Heterosexualität gehört zum Wesen des Menschen, das zeigt ein simpler Blick in jedes Buch zur Humanbiologie. Wer sich zur Natur des Menschen bekennt, mithin zu wesentlichen Unterschieden des Lebens, der wird heute schnell als homophob abgestempelt. Er verstößt gegen den neuen Grundsatz der Gesellschaftspolitik: Seid nett zueinander, gönnt allen die gleichen Rechte. Es ist aber nicht das Recht, das Gleichgeschlechtlichen eigene Kinder versagt, sondern die Natur. Papst Franziskus hat in seiner jüngsten Enzyklika von der Natur des Menschen und der Notwendigkeit geschrieben, den eigenen Körper in seiner Weiblichkeit oder Männlichkeit wertzuschätzen. Es sei „nicht gesund“, den „Unterschied zwischen den Geschlechtern auslöschen“ zu wollen. Wer die Sätze der Enzyklika über den Umweltschutz lobt, sollte auch weiterlesen – und weiterdenken. Denn wer die Natur des Menschen und ihre Unterschiede leugnet, wie Sartre („la nature de l'homme n'existe pas“), der ebnet den Weg in den Nihilismus und in die Diktatur der Gleichschaltung.

    Über diese Folgen des Gleichheitswahns wird in der Union kaum diskutiert. Selbst bei den Grünen mahnen erste Stimmen zur Versachlichung. Es geht in der Tat längst nicht mehr um einige ideologische Fragen. Kardinal Meisner hatte es mal in die Formel gekleidet: Wir leben nicht mehr in der Epoche der Weltanschauungen, sondern in der Epoche der Menschenanschauungen. Manche in der CDU haben das noch nicht verstanden. Kein Wunder, wenn man das christliche Menschenbild entsorgt und durch Beliebigkeit ersetzt.