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    Leitartikel: Kein Frieden in Sicht

    Wieder ein Weihnachtsfest, das von Terror und Gewalt überschattet war. Und erstmals ein Weihnachtsfest, das die Christen im Irak nicht mit Gottesdiensten feiern konnten, weil sie in ihrer Heimat bedrohter und gefährdeter sind als je zuvor. Für Millionen Christen auf dieser Welt ist ihr sehnlichster Wunsch nach einem Leben in Frieden und Freiheit noch immer nicht in Erfüllung gegangen. Und nach aller Logik dieser Welt ist für die Christen in China, Nord-Korea und Saudi-Arabien auch 2011 keine Religionsfreiheit in Sicht, ist für die Christen im Irak oder in Palästina auch 2011 kein Leben in Würde und Sicherheit denkbar. Im Gegenteil: Wo der Friedensfürst geboren wurde, lebte, litt, starb und von den Toten auferstand, wo seine Apostel die Kirche verwurzelten, sitzen Christen heute zwischen allen Stühlen. Das Überleben der Christenheit in den Ländern der Bibel scheint den Mächtigen unserer Zeit kein Anliegen zu sein.

    Wieder ein Weihnachtsfest, das von Terror und Gewalt überschattet war. Und erstmals ein Weihnachtsfest, das die Christen im Irak nicht mit Gottesdiensten feiern konnten, weil sie in ihrer Heimat bedrohter und gefährdeter sind als je zuvor. Für Millionen Christen auf dieser Welt ist ihr sehnlichster Wunsch nach einem Leben in Frieden und Freiheit noch immer nicht in Erfüllung gegangen. Und nach aller Logik dieser Welt ist für die Christen in China, Nord-Korea und Saudi-Arabien auch 2011 keine Religionsfreiheit in Sicht, ist für die Christen im Irak oder in Palästina auch 2011 kein Leben in Würde und Sicherheit denkbar. Im Gegenteil: Wo der Friedensfürst geboren wurde, lebte, litt, starb und von den Toten auferstand, wo seine Apostel die Kirche verwurzelten, sitzen Christen heute zwischen allen Stühlen. Das Überleben der Christenheit in den Ländern der Bibel scheint den Mächtigen unserer Zeit kein Anliegen zu sein.

    Im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern scheinen die Radikalen und die Kompromissverweigerer auf beiden Seiten Recht behalten zu haben. Jene Israelis, die (wie Außenminister Lieberman) jeden Frieden und Interessensausgleich mit den Palästinensern ablehnen, haben sich durchgesetzt. Sie spielen jenen auf der Gegenseite in die Hände, die (wie Hisbollah und Hamas) nie an den Friedenswillen Israels glaubten, die alle arabischen Friedensbemühungen für ein Zeichen von Feigheit, Käuflichkeit oder Schwäche halten. Auf regionaler Ebene wurden durch das Scheitern der Friedensverhandlungen neuerlich die friedlichen Nachbarn Israels, Jordanien und Ägypten, geschwächt sowie der Libanon weiter destabilisiert. Drei Regionalmächte konkurrieren heute in Nahost: Die traditionell mit Israel kooperierende und dank Nato und Europarat im Westen verankerte Türkei, die aber seit Jahren durch die aggressive Politik der israelischen Regierung düpiert wird und ihre Rolle nun „neo-osmanisch“ anlegt. Dann das wahabitische Saudi-Arabien, das zwischen Erdöl-Kapitalismus und archaischer Religiosität schwankt und so zum Nährboden für Fundamentalismus und Terrorismus wurde. Und schließlich der Iran, der den Palästina-Konflikt instrumentalisiert, um arabische Nachbarländer unter seinen Einfluss zu bringen. Verschärfend kommt ein ganz unislamischer Nationalismus hinzu, der als europäisches Exportgut den Orient seit Jahrzehnten vergiftet. Diese Mischung bedroht nicht nur alle nationalen oder religiösen Minderheiten im Nahen Osten, also auch und besonders die Christen. Sie gefährdet auch den Weltfrieden.

    Nur ein Interessensausgleich mit den Palästinensern kann Israel Sicherheit und der gesamten Region dauerhaften Frieden bringen. Ein an Kriterien der Gerechtigkeit orientierter Ausgleich Israels mit den Palästinensern würde den Hasspredigern aller Seiten den Boden entziehen, würde die fanatischen Feinde Israels als Verderber ihrer eigenen Völker entlarven und die Augen der arabischen Welt dafür öffnen, dass die Freunde des Friedens nicht Utopisten sind, sondern die besseren Pragmatiker. Doch wer wagt daran noch zu glauben oder darauf zu hoffen, seit die fundamentalistischen israelischen Siedler sich als stärker erwiesen als der mit dem Friedensnobelpreis geschmückte Präsident der USA? Wie soll Abbas einen Frieden erzwingen können, wenn es Obama nicht kann?